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Aktuell Deutschland

Tarifkonflikt bei Bahn beigelegt

Zugreisende können aufatmen: Die DB-Beschäftigten bekommen in zwei Schritten sechs Prozent mehr Geld. Damit geht ein Streit zu Ende, in dessen Verlauf tausende Bahnkunden Verzögerungen und Zugausfälle hinnehmen mussten.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) stimmte einem Kompromiss zu, der für rund 130.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn eine Lohnerhöhung von insgesamt sechs Prozent vorsieht. Ihr Gehalt steigt demnach zum 1. Mai 2013 zunächst um drei Prozent und zum 1. April 2014 noch einmal um drei Prozent. Zusätzlich wird die betriebliche Altersvorsorge leicht erhöht. Auch eine Einmalzahlung von 500 Euro wurde vereinbart.

Mit der Einigung ist die Fortsetzung des Branchentarifvertrages für den Nahverkehr verbunden. In der Gewerkschaft hatte es heftige Diskussionen über unterschiedlich lange Laufzeiten für einige Berufsgruppen gegeben, weil dies zu einer Spaltung der Belegschaft führen könne.

Die EVG stimmte dieser von der Bahn vorgeschlagenen Regelung zum Branchentarifvertrag aber schließlich zu. Für die meisten Mitarbeiter bedeutet dies eine Laufzeit des Tarifvertrages von 19 Monaten bis 31. Juli 2014.

Für die Angestellten im Dienstleistungssektor gelten 23 Monate. Nach früheren Angaben sind davon etwa 30.000 Beschäftigte betroffen.

Einigung bei privaten Regionalbahnen

Auch in den Verhandlungen mit den sechs privaten Regionalbahnen - Abellio, Benex, Hessische Landesbahn, Keolis, Netinera und Veolia Verkehr - wurde ein Tarifabschluss erzielt. Auch dort sollen die Löhne der rund 7000 Beschäftigten in zwei Schritten um insgesamt sechs Prozent steigen, erklärte die EVG. Bei ihnen wird die erste Anhebung früher fällig, rückwirkend zum 1. Februar. Dafür entfällt eine Einmalzahlung.

"An die Grenzen des Vertretbaren"

Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach einem Aufschlag von 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr in die Verhandlungen gegangen. Die Bahn hatte verteilt auf zwei Jahre zunächst eine Anhebung um 2,4 und 2,0 Prozent angeboten. Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba sprach nun von einem "respektablen" Ergebnis.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte, der bundeseigene Konzern gehe mit der Einigung "an die Grenzen des Verkraftbaren". Unter schwierigen Umständen sei dennoch ein Kompromiss gefunden worden, "der nicht nur im Interesse unserer Mitarbeiter, sondern ebenfalls im Interesse unserer Kunden liegt". Die EVG hatte vor der letzten Verhandlungsrunde mit einem Warnstreik bundesweit Zugausfälle und Verspätungen verursacht.

GD/qu (afp, dpa, rtr)