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Nahost

Tamilische Rebellen greifen erneut srilankische Armee an

Bei neuen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Sri Lanka sind mindestens 45 Menschen getötet worden. Schon seit Tagen liefern sich tamilische Rebellen und Regierungstruppen schwere Gefechte.

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Tamilische Rebellen in Sri Lanka

Bei den Kämpfen am Mittwoch (2.8.) kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Colombo mindestens 40 Aufständische, drei Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben. Die neuen Kämpfe hatten nach einem Rebellenangriff auf die Stadt Muttur im Nordosten der Insel begonnen. Am frühen Mittwochmorgen feuerten die Tamilen-Rebellen der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) mit Mörsern auf drei Militärcamps.

Angriff auf Marinestützpunkt

Am Dienstag hatten die Rebellen der LTTE einen Marinestützpunkt im Osten Sri Lankas angegriffen. Der den Rebellen nahe stehende Internetdienst Tamilnet meldete, fünf LTTE-Boote hätten in der Marinebasis der Stadt Trincomalee ein Marine-Schnellboot versenkt und acht Soldaten getötet. Das Militär bestätigte das nicht. Kampfflugzeuge der srilankischen Streitkräfte bombardierten laut Armee Stellungen der Rebellen in der Region; Bodentruppen setzten Raketenwerfer ein. Am Montag waren bei den bislang schwersten Kämpfen seit dem Waffenstillstand 2002 mindestens 67 Menschen getötet worden.

Opferzahl noch unklar

Nach Militärangaben löste der Beschuss durch die Rebellen mindestens 36 Explosionen auf dem Marine-Stützpunkt aus; ein Kriegsschiff wurde beschädigt. Die Rebellen hätten ihren Angriff ausgeführt, als eine Fähre mit mehr als 850 Soldaten an Bord gerade unterwegs in den Hafen war, sagte ein Armeesprecher. Fünf Rebellen-Boote hätten versucht, die Fähre zu verfolgen. Der Armee sei es jedoch gelungen, drei Boote zu versenken. Bereits zuvor hatte die srilankische Luftwaffe mutmaßliche Stellungen der Rebellen bombardiert. Wie viele Menschen dabei starben, war unklar.

15.000 Bauern ohne Wasser

Bei der Explosion einer Mine im Kampfgebiet im Osten Sri Lankas wurden mindestens 18 Soldaten getötet. Ein Militärsprecher sagte, die Claymore-Mine - dieser Typ wird häufig von den "Befreiungstigern" verwendet wird - sei am Montagabend neben einem Armeebus detoniert. In der Region toben seit Tagen schwere Kämpfe. Auslöser war die Schließung der Schleuse eines wichtigen Bewässerungskanals durch die LTTE. Die Armee begann eine Bodenoffensive, um die Schleuse wieder zu öffnen. Rund 15.000 Bauern sind seit Tagen von Wasser abgeschnitten.

Waffenstillstand "null und nichtig"

Der regionale LTTE-Anführer für den betroffenen Distrikt Trincomalee sagte, angesichts der Armeeoffensive sei das Waffenstillstandsabkommen zwischen Regierung und Rebellen null und nichtig. Bislang hat allerdings keine der Konfliktparteien das Abkommen offiziell gekündigt. Die Gewalt in Sri Lanka ist in den vergangenen Monaten eskaliert. Seit Dezember vergangenen Jahres starben mehr als 800 Menschen bei Kämpfen und Anschlägen. Vor dem Anfang 2002 von Norwegen vermittelten Waffenstillstand hatten zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg 69.000 Menschen das Leben gekostet. Die LTTE fordert eine weitgehende Autonomie des Nordens und des Ostens der Insel, wo Tamilen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Rund drei Viertel der etwa 20 Millionen Bewohner Sri Lankas sind Singhalesen. Sie bekennen sich überwiegend zum Buddhismus, während die Tamilen vorwiegend Hindus sind.

Schweden zieht aus Überwachungsmission ab

Am Dienstag hat nach Dänemark und Finnland auch das EU-Land Schweden seinen Abzug aus der nordischen Mission zur Überwachung des Waffenstillstands (SLMM) angekündigt. Die Europäische Union hatte die LTTE im Mai auf ihre "Terrorliste" gesetzt. Darauf hatten die Rebellen den EU-Beobachtern eine Frist bis zum 1. September gesetzt, um das Land zu verlassen. Der schwedische Außenminister Jan Eliasson sagte am Dienstag bei einem EU-Treffen in Brüssel, er bedauere den Abzug der 16 schwedischen Beobachter, darunter der Chef der Mission Ulf Henricsson." Die Tamilen-Tiger haben jedoch darauf bestanden, dass sie keine Beobachter aus EU-Ländern mehr haben wollen", sagte Eliasson. Die anderen beiden Mitgliedsländer der SLMM sind Norwegen und Island, die von der LTTE-Forderung nicht betroffen sind, da sie der EU nicht angehören. (chr)

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