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Projekt Zukunft

Talk: Wie viel Elektroantrieb wird es im Straßenverkehr der Zukunft geben?

Dazu ein Gespräch mit Florian Lennert vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, InnoZ.

Video ansehen 03:31

DW:

Sie selbst nutzen kein E-Bike, aber Sie halten es für einen guten Türöffner, damit mehr Leute auf Elektromobilität umsteigen.

Lennert:

Auf jeden Fall. Man kann so von Termin zu Termin fahren, ohne verschwitzt anzukommen. Und es erleichtert den Einstieg zur Zweiradmobilität für Menschen, die nicht mehr so fit sind.

Sie selbst haben kein eigenes Auto mehr. Sie nutzen ein Elektroauto vom Carsharing. Ist das ein Zukunftsmodell für die Stadt von morgen?

Wir denken, dass der Trend zu Mobilitätssystemen auf Abruf geht. Es müssen Systeme entwickelt werden, die dem einzelnen Nutzer erlauben ein Auto, ein Fahrrad, einen Bus oder eine U-Bahn flexibel zu nutzen, wenn er das braucht. Dann muss er kein eigenes Auto mehr besitzen.

Und die Energie für diese Fahrzeuge soll sauber sein?

Das ist natürlich ganz wichtig. Im Rahmen der Energiewende wollen wir den Transportsektor dekarbonisieren. Das heißt, die fossilen Kraftstoffe herausnehmen und neue Antriebsformen nutzen. Da spielt die Elektromobilität eine zentrale Rolle.

Es gibt in Berlin ein Projekt, das nennt sich b-mobility. Dort werden Elektrofahrzeuge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kombiniert. Wie funktioniert das?

Das ist ganz spannend. Wir haben für Berlin eine Karte entwickelt, die dem Nutzer ermöglicht, sämtliche dieser Transport-Modi, von der Bahn, dem Bus und der U-Bahn bis hin zum Fahrrad und dem Auto, im Carsharing und Bikesharing auf einer Karte, mit einer Monatsflatrate zu nutzen.


Funktioniert das schon und das gibt es nur hier in Berlin?

Das funktioniert schon und das gibt es bis jetzt eigentlich weltweit nur in Berlin. Wir sind aber dabei das auch mit anderen Städten zu entwickeln.


Das heißt, man schaut auf Berlin, ob das hier funktioniert und dann soll es in die Weite getragen werden?

So ist es. Berlin ist eine Stadt, die sich dafür sehr eignet. Fünfzig Prozent der Haushalte haben gar keine eigenen Autos mehr und so müssen wir neue Formen der Mobilität entwickeln, die diesen Nutzern individuelle Mobilität ermöglicht.


Schauen wir einmal 50 Jahre in die Zukunft. Wie sähe nach Ihrem Wunschmodell der perfekte Verkehr in der Großstadt aus?

Mein Wunschmodell wäre natürlich komplett grün, aus erneuerbaren Energien gespeist und vernetzt über diese verschiedenen Transportträger hinweg. Wenn ich morgens aufstehe kann ich mich entscheiden, nehme ich ein Fahrrad, ein Auto, einen Bus oder eine Bahn. Und ich kann das alles über eine Smartcard, oder über mein Handy in dem Moment buchen und nutzen.

Und ich brauche dann kein eigenes Auto mehr?

Ich brauche dann kein eigenes Auto mehr. Das ist sicherlich ein Ziel, dass wir fördern wollen.

Wie wollen Sie das schaffen? Die Elektromobilität ist doch noch gar nicht so akzeptiert. Selbst im Ökoland Deutschland gibt es nur ganz wenige tausend Elektro-Fahrzeuge auf der Straße. Was sind da die Knackpunkte? Was muss getan werden?

Ganz sicher haben wir da noch große Probleme. Insbesondere der Preis der E-Autos für den privaten Käufer ist noch zu hoch. Das liegt auch an den hohen Preisen der Batterien. Wir müssen die Autos kleiner, billiger und leichter machen. Und gerade da - um auch wieder zurück auf die E-bikes zu kommen - können eben auch zweirädrige Gefährte, Roller oder E-Vespas in der Stadt eine Rolle spielen.


Der Akku ist noch das Problem. Das muss auf jeden Fall verbessert werden.

Das ist korrekt. Der ist noch zu teuer und wir müssen auch schauen, dass wir ihn aus erneuerbaren Energien speisen.


Hoffentlich werden wir in zehn, zwanzig, dreißig Jahren soweit sein, dass wir alle auf saubere Elektroenergie umsteigen.

(Interview: Maria Grunwald).