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Aktuell Welt

Taliban wollen US-Soldaten enthaupten

Nach dem Amoklauf eines US-Soldaten in Afghanistan wird eine neue Gewaltwelle befürchtet. Die Taliban kündigten bereits Rache an. Ein afghanischer Soldat wurde von Unbekannten getötet.

In der ostafghanischen Stadt Dschalalabad protestierten am Dienstag einige hundert Studenten. Sie riefen Parolen gegen die USA und forderten unter anderem einen öffentlichen Prozess gegen den mutmaßlichen Täter, der 16 Menschen erschossen haben soll.

Bei einem Angriff auf eine afghanische Regierungsdelegation, die den Ort des Massakers besuchen wollte, wurde ein einheimischer Soldat getötet. Die Angreifer, bei denen es sich mutmaßlich um Taliban handelte, eröffneten von zwei Seiten das Feuer auf die Mitglieder der Delegation, wie die Nachrichtenagentur AP weiter berichtet.

Täter erlitt Kopfverletzung bei früherem Einsatz

Der des Mordes an 16 afghanischen Zivilpersonen, darunter neun Kinder und drei Frauen, beschuldigte US-Soldat befindet sich weiter in Gewahrsam der US-Streitkräfte. Der Name des 38-jährigen zweifachen Vaters wurde bislang nicht mitgeteilt. Bei seinem letzten Einsatz im Irak habe er bei einem Autounfall eine Kopfverletzung erlitten, verlautete am Montag aus US-Militärkreisen. Wie schwer die Verletzung war und ob sie möglicherweise zu Verhaltensänderungen führte, die etwas mit dem Amoklauf am Sonntag zu tun haben könnten, ist unklar.

Der Mann ist ausgebildeter Scharfschütze. Er gehört seit elf Jahren in den US-Streitkräften an und nahm an drei Einsätzen im Irak teil. Nach Angaben des Pentagons nehmen Ermittler derzeit seine Personalakte und seine Krankengeschichte unter die Lupe. Der Name werde erst mit der Anklage bekannt gegeben, hieß es.

US-Präsident Barack Obama erklärte, das Geschehen bestärke ihn in seiner Entschlossenheit, die US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Verteidigungsminister Leon Panetta schloss für den Fall eines Prozesses gegen den Schützen auch die Todesstrafe nicht aus.

Ein Taliban-Sprecher wurde mit der Erklärung zitiert, man werde die "sadistischen mörderischen Soldaten töten und enthaupten". Auch bei den Protesten in der Stadt Dschalalabad riefen Teilnehmer: "Tod für Amerika". Der afghanische Präsident Hamid Karsai wurde aufgefordert, ein mit den USA geplantes Militärabkommen nicht zu unterzeichnen.

ml/gri (rtr, dapd, AFP)

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