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Aktuell Asien

Taliban verkünden Waffenruhe in Pakistan

Die Taliban wollen mit Pakistans Regierung über Frieden sprechen und die Waffen einen Monat schweigen lassen. Die Lage in Pakistan ist derzeit alles andere stabil. Bei Anschlägen und Gefechten starben fast 20 Menschen.

Pakistan kommt nicht zur Ruhe. Separatisten wollen sich von Islamabad loslösen, Extremisten machen Jagd auf Impftrupps - da wirkt die Verkündung des Waffenstillstands fast deplaziert.

Die Taliban erklärten am Samstag, mit der Feuerpause den Weg für Friedensgespräche mit der Regierung freimachen zu wollen. Einen Monat lang dürfe niemand den Waffenstillstand brechen, dies gelte auch für alle Untergruppen, hieß es in einer Erklärung.

Bei Angriffen auf mutmaßliche Taliban-Stellungen an der Grenze zu Afghanistan durch die pakistanische Luftwaffe waren zuletzt zahlreiche Menschen getötet worden.

Taliban kämpfen für einen streng islamischen Staat

Mehrere frühere Anläufe für einen Dialog mit den Extremisten waren gescheitert. So hatte Pakistans Premierminister Nawaz Sharif im Januar angekündigt, das Blutvergießen in seinem Land durch Gespräche beenden zu wollen. Der Friedensprozess wurde aber nach einer Serie von Anschlägen der Taliban gestoppt.

Die pakistanischen Taliban kämpfen seit Jahren für den Sturz der Regierung und die Schaffung eines streng islamischen Staates. Die Extremisten erklärten, es könne keinen Frieden geben, wenn die Regierung nicht bereit sei, das politische System zu ändern und das islamische Recht einzuführen.

Die Sicherheitslage in Pakistan ist seit langem äußerst angespannt. Auch an diesem Samstag gab es bei mehreren Anschlägen wieder Tote.

Immer wieder Anschläge auf Impf-Teams

So wurden bei einem Bombenanschlag auf ein Impf-Team zwölf Menschen getötet worden. Nach pakistanischen Medienberichten starben bei der Explosion von zwei Sprengsätzen an einer Straße elf Sicherheitskräfte, die die Impfhelfer beschützen sollten. Außerdem sei ein Kind gestorben. Die Impfhelfer selbst blieben unverletzt.

Der Anschlag ereignete sich etwa 30 Kilometer südwestlich von Peschawar, der Hauptstadt der unruhigen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Sie grenzt an die halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan, die als Hochburg des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer islamistischer Gruppen wie der Taliban gelten.

Ein pakistanisches Mädchen bekommt eine Polio-Impfung (Foto: picture alliance)

Immer wieder werden Impf-Teams Opfer von Taliban-Attaken

Die Impfhelfer waren unterwegs, um Jungen und Mädchen gegen Kinderlähmung zu impfen. Pakistan ist eines der wenigen Länder auf der Welt, in dem das Poliovirus noch nicht ausgerottet ist.

Zu Anschlägen auf Impfhelfer kommt es immer wieder. Die radikal-islamischen Taliban verdächtigen die Teams, für westliche Länder zu spionieren und mit den Impfungen Muslime unfruchtbar machen zu wollen.

Rebellen im Südwesten wollen sich abspalten

Die Arbeit der Impf-Teams erlitt vor allem nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden einen schweren Rückschlag. Angeblich nutzte der US-Geheimdienst CIA eine Impf-Kampagne, um genetisches Material der Bin-Laden-Familie in deren Versteck im pakistanischen Abbottabad zu sammeln und so die Identität des meistgesuchten Mannes der Welt festzustellen. Am 2. Mai 2011 wurde bin Landen in Abbottabad durch ein US-Sonderkommando getötet.

Auch in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan gab es am Samstag Tote. Hier kamen bei einem Bombenanschlag in der Provinzhauptstadt Quetta und einem Gefecht drei Soldaten und sechs mutmaßliche Rebellen um. Dies teilte die pakistanische Armee mit.


Im südöstlich von Quetta gelegenen Sui sollen sechs Rebellen bei Kämpfen getötet worden sein. Die Aufständischen in Baluchistan kämpfen für die Unabhängigkeit von der Zentralregierung.

cw/nis (dpa, epd, rtr)