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Aktuell Asien

Taliban töten mehrere NATO-Mitarbeiter

Bei zwei Anschlägen auf die NATO in Afghanistan wurden mindestens fünf US-Bürger und mehrere Zivilisten getötet. Bei einem Luftangriff der NATO in der Provinz Kunar gab es wieder Opfer unter Zivilisten.

Es war einer der verlustreichsten Tage für die NATO-Kräfte in Afghanistan seit vielen Monaten. Bei dem Bombenanschlag in der Unruheprovinz Sabal im Süden des Landes starben drei US-Soldaten und eine für die NATO arbeitende US-Diplomatin sowie mehrere afghanische Zivilisten, wie US-Außenminister John Kerry bestätigte. Er sprach von einer "verachtenswerten Tat". Die Getöteten seien auf dem Weg zu einer Schule in der Provinzhauptstadt Kalat gewesen, um dort Bücher zu verteilen. Nach Angaben eines ISAF-Sprechers erfolgte der Angriff auf die Wagenkolonne mit einer Autobombe. Auch der Gouverneur der Provinz Sabal, Mohammed Aschraf Naseri, sei mit in dem Konvoi unterwegs gewesen. Er sei unverletzt geblieben.

Taliban bekennen sich zu dem Anschlag

Kerry sprach vor allem der Familie der getöteten Diplomatin sein Mitgefühl aus. Er habe die Frau erst kürzlich bei seinem Besuch in Afghanistan persönlich kennengelernt. Sie sei eine "intelligente, fähige" Diplomatin gewesen, die ihre ganze Kraft "für das afghanische Volk" gegeben habe. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Die fünf Toten sind der schwerste Verlust für die USA bei einem einzelnen Zwischenfall am Hindukusch in diesem Jahr.

Der zweite Angriff auf die NATO ereignete sich nach Angaben der US-Armee im Osten des Landes. Dort hätten Aufständische einen zivilen NATO-Mitarbeiter aus den USA getötet. Nähere Angaben zu diesem Vorfall wurden nicht gemacht. Die Anschläge fielen zusammen mit der Ankunft von US-Generalstabschef Martin Dempsey zu einem aus Sicherheitsgründen vorher nicht angekündigten Besuch am Hindukusch.

Offenbar zivile Opfer bei Luftangriff

Am Sonntag beschuldigten örtliche Vertreter die NATO, bei einem Luftangriff mindestens zehn Kinder getötet zu haben. Zudem seien acht Kämpfer getötet und sechs Frauen verletzt worden, erklärte die Polizei. Der Angriff habe sich in der Provinz Kunar an der Grenze zu Pakistan bei einem gemeinsamen Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte ereignet. Ein NATO-Sprecher sagte dagegen, bei dem Einsatz seien "bis zu zehn Frauen und Kinder verletzt, aber nicht getötet worden".

Die Provinz Kunar gilt als Hochburg der radikalislamischen Aufständischen. Die zahlreichen zivilen Opfer der NATO-Luftangriffe haben schon häufiger für Streit zwischen der Führung in Kabul unter Präsident Hamid Karsai und der NATO gesorgt. Im vergangenen Jahr war die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan aber deutlich gesunken.

qu/sti/kle/GD (rtr,afp,dpa)

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