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Politik

Taliban töten drei deutsche Soldaten

Bei einem Angriff der Taliban auf eine Bundeswehr-Patrouille sind in Afghanistan drei deutsche Soldaten getötet worden. Weitere fünf wurden schwer verletzt.

Deutsche Soldaten in der Nähe von Kundus (Foto: AP)

Deutsche Soldaten in der Nähe von Kundus (Archivbild)

Drei deutsche Soldaten sind bei schweren Gefechten mit Kämpfern der Taliban in der nordafghanischen Region Kundus getötet worden. Fünf weitere Bundeswehrangehörige wurden schwer verletzt. Dies teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Freitag (02.04.2010) in Potsdam mit. Die am Vormittag ausgebrochenen Gefechte im Unruhedistrikt Char Darah südwestlich von Kundus-Stadt dauerten am Nachmittag noch an. Weitere Details gab ein Sprecher in Potsdam zunächst nicht bekannt.

Afghanistan Karte mit Kabul, Masar-i-Scharif und undus

Deutsche Nachrichtenagenturen und Online-Dienste meldeten unter Berufung auf Vertreter afghanischer Verwaltungs- und Polizeistellen, rund 200 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban hätten eine deutsche Patrouille angegriffen.

Taliban schießen aus Wohnhäusern

Die Kämpfe hätten begonnen, als eine Mine unter einem gepanzerten Fahrzeug der Bundeswehr explodiert sei. Die Bundeswehr und afghanische Polizisten könnten keine schweren Waffen einsetzen, weil Taliban-Schützen sich in Häusern von Zivilpersonen verschanzt hätten. Dorfbewohner berichteten von zahlreichen zerstörten Häusern. In der Nähe seien Hubschrauber im Einsatz.

Char Darah gilt als Hochburg der Taliban und als gefährlichster der sechs Distrikte in der nordafghanischen Provinz Kundus. Im vergangenen Jahr hatte es in dem Distrikt eine große deutsch-afghanische Offensive gegeben, um die radikalislamischen Kämpfer zurückzudrängen. Im Norden Afghanistan sind derzeit etwa 4300 deutsche Soldaten stationiert.

Kritik an Afghanistan-Einsatz

Unterdessen hat der frühere Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) den Afghanistan-Einsatz kritisiert. Diesen als Friedens- und Stabilisierungsmission zu bewerten, sei eine "Lebenslüge" der Politik, sagte Rühe noch vor den jüngsten Gefechten bei Kundus. "Das Abenteuer Afghanistan muss beendet werden", forderte Rühe in einer ZDF-Dokumentation, die in der kommenden Woche ausgestrahlt wird.

Auch der Vorsitzende des Evangelischen Kirchenrats, Präses Nikolaus Schneider, äußerte sich kritisch. "Der Konflikt in Afghanistan ist aus dem Ruder gelaufen", sagte der er dem "Hamburger Abendblatt" (Samstag) ebenfalls vor den jüngsten Gefechten in der Region Kundus. Schon seine Amtsvorgängerin Margot Käßmann hatte deutliche Kritik am Krieg in Afghanistan geübt. Am Karfreitag demonstrierten zudem bundesweit mehrere Tausend Menschen auf den traditionellen Ostermärschen für ein Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan.

Autor: Michael Wehling (dpa/rtr/apn/afp)

Redaktion: Dirk Eckert

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