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Aktuell Asien

Taliban schießen Weg nach Kundus frei

Die Radikalislamisten erobern im Norden Afghanistans einen weiteren strategisch wichtigen Bezirk. Die Regierungstruppen holen zum Gegenschlag aus.

Afghanische Regierungssoldaten bereiten sich auf Kämpfe im Raum Kundus vor (foto: reuters)

Afghanische Regierungssoldaten bereiten sich auf Kämpfe im Raum Kundus vor

Wiederholt haben die aufständischen Taliban versucht, die Provinzhauptstadt Kundus im Norden in die Hand zu bekommen. Nun nehmen sie bei ihrer Sommeroffensive einen neuen Anlauf und haben einen weiteren Bezirk eingenommen. Die Radikalislamisten hätten Kontrollposten angegriffen und den Großteil des Bezirks Chahar Dara erobert, teilte die Bezirksregierung mit. Nach anderen Berichten sollen Taliban-Kämpfer bereits wenige Kilometer vor der Stadt Kundus stehen.

Die Führung in Kabul ist alarmiert. Nach jüngsten Polizeiberichten begannen Regierungstruppen eine Gegenoffensive. Bei den zweitägigen Gefechten seien auch mindestens 17 Soldaten gefallen, teilte Distriktchef Mohammad Yousouf Ayubi der Agentur AFP mit. Etwa 70 Sicherheitskräfte sollen von Taliban umzingelt sein. Erst zu Monatsanfang hatten die Extremisten einen Bezirk in der nordöstlichen Provinz Badachschan unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Bundeswehr war vor eineinhalb Jahren aus ihrem großen Feldlager in Kundus abgezogen. Seither hat sich die Sicherheitslage deutlich verschlechtert. Seit April war es zu schweren Taliban-Angriffen in Kundus gekommen und zu einer Massenflucht.

Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans wurden mindestens 19 Menschen getötet. Die Opfer waren Dorfbewohner, die offenbar heimkehren wollten, nachdem sie vor Kämpfen zwischen Taliban und der Armee in der Provinz Helmand geflohen waren, wie die Polizei mitteilte. Sie seien mit ihrem Fahrzeug am Samstag in eine Sprengfalle geraten.

SC/uh (afpe, rtr, dpa)