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Aktuell Asien

Taliban-Offensive in Kabul niedergeschlagen

Es war eine Demonstration der Stärke: In einer koordinierten Aktion haben Taliban-Kämpfer Kabul und mehrere Städte im Osten Afghanistans angegriffen. Die Kämpfe dauerten bis zum frühen Morgen.

"Alle Terroristen sind getötet worden. Wir haben die Lage jetzt unter unserer Kontrolle", sagte der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, General Ayoub Salangi, rund 18 Stunden nach Beginn der Taliban-Offensive. Die Kämpfe seien zu Ende. Auch mit NATO-Luftunterstützung seien die Sicherheitskräfte gegen Rebellen vorgegangen, die sich zuletzt in zwei Gebäuden im Diplomatenviertel verschanzt gehalten hatten. Jetzt werde noch nach übriggebliebenen Bomben und Granaten gesucht.

Die Angreifer hätten während ihrer Offensive auch 35 Geiseln genommen, die von Sicherheitskräften befreit worden seien. Nur eine Frau sei leicht verletzt worden, erklärte Salangi. Die Nacht über und bis in den Morgen hinein waren Schüsse und Explosionen in der Nähe des Parlaments zu hören, berichteten Augenzeugen.

Bei der Angriffswelle der Taliban wurden am Sonntag nach Behördenangaben landesweit über 30 Taliban getötet. Auch acht Polizisten und drei Zivilisten kamen ums Leben, teilte das Innenministerium mit. Etliche Polizisten und Zivilisten seien verletzt worden.

Sieben Ziele in Kabul

In Kabul wurden laut NATO sieben Einrichtungen angegriffen, darunter das Parlament sowie die Botschaften Deutschlands und der USA im Diplomatenviertel. Zudem attackierten die Aufständischen Ziele in Dschalalabad, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar, in Pul-e-Alam, der Hauptstadt der Provinz Logar, und in Gardes, der Hauptstadt der Provinz Paktia. In Dschalalabad schlugen Soldaten der Schutztruppe ISAF einen Angriff auf eine Militärbasis zurück.

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Taliban-Offensive in Afghanistan

An der Angriffsserie seien Dutzende Kämpfer mit Waffen und Sprengstoffwesten beteiligt gewesen, teilten die Taliban mit. Sie wollten damit ihre Kampffähigkeit unter Beweis stellen. Die seit Monaten geplanten Attacken stellten den Beginn der Frühjahrsoffensive dar. Die Aufständischen ziehen sich in den kalten afghanischen Wintern regelmäßig zurück und intensivieren ihre Angriffe auf die Regierung und die NATO-Truppe ISAF im Frühling wieder.

Deutsche Botschaft beschädigt

Von den Angriffen in Kabul war auch die deutsche Botschaft betroffen, wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestätigte. Er verurteilte die Attacken "in aller Schärfe" und sagte, es gebe "kleinere Sachschäden" auf dem Botschaftsgelände, jedoch keine Verletzten. Die Botschaftsmitarbeiter befänden sich "an einem sicheren Ort".

Der Minister fügte hinzu, die Ereignisse zeigten, dass die Lage weiter schwierig sei. Die Terroristen dürften jedoch "nicht obsiegen". Westerwelle versicherte weiter: "Wir werden uns durch diese Gewalt nicht von unserem Engagement für eine friedliche Zukunft Afghanistans, die innere Aussöhnung und einen erfolgreichen politischen Prozess abbringen lassen." In Afghanistan sind noch etwa 130.000 ISAF-Soldaten stationiert, die bis zum Jahr 2014 abziehen sollen.

kle/as (dapd, dpa, rtr, afp,rtre)

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