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Asien

Taliban lehnen Scharia-Berufungsgericht ab

Die pakistanische Regierung hat im Nordwesten des Landes ein islamisches Berufungsgericht eingerichtet, das die Scharia anwenden soll. Die Taliban sind aber dagegen, dass die Regierung die Richter einsetzt.

Zwei Männer vor einem Haus im Swat-Tal

Im Swat-Tal gilt die Scharia

Die Einführung der Scharia im Nordwesten Pakistans schreitet voran. In der Region Malakand hat die pakistanische Regierung ein islamisches Berufungsgericht eingerichtet. Zunächst würden dort zwei im islamischen Recht ausgebildete Richter arbeiten, weitere würden noch folgen, sagte der Informationsminister der Provinz Nordwestgrenze, Mian Iftikhar Hussain. Das Gericht könne Urteile der örtlichen Scharia-Richter bestätigen oder aufheben.

Menschenmenge feiert Scharia-Einführung (Foto: dpa)

Am 19. April feierten Islamisten um den Geistlichen Maulana Sufi Mohammed die Einführung der Scharia im Swat-Tal

Regierung ernennt Richter

In der Region Malakand liegt auch das Swat-Tal. Im Februar hatte die pakistanische Regierung mit den dortigen Taliban einen umstrittenen Friedensvertrag geschlossen, der die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, vorsieht. Mit der Einrichtung des neuen Berufungsgerichtes erfülle die Regierung das Abkommen, sagte Hussain. Niemand brauche sich mehr um andere Rechtsprechung bemühen. "Das gesamte System ist dort eingerichtet", betonte er.

Die Taliban lehnten in einer ersten Stellungnahme am Sonntag (03.05.2009) das neue Gericht jedoch ab. Die Entscheidung sei nicht mit ihnen abgestimmt worden, sagte ein Sprecher des radikalen Geistlichen Maulana Sufi Mohammed. Nach pakistanischen Medienberichten sind die Taliban dagegen, dass die Behörden die islamischen Richter nominieren.

Taliban köpfen Regierungsvertreter

Karte der Region (Foto: DW)

Unterdessen enthaupteten die Taliban im Swat-Tal zwei Vertreter der pakistanischen Regierung. Das sei die Rache dafür, dass zwei Taliban-Kommandeure getötet worden seien, sagte ein Sprecher am Sonntag. Die Polizei bestätigte die Tat. Die beiden Regierungsvertreter seien entführt und dann am Samstagabend 18 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Mingora geköpft worden. Anschließend hätten die Taliban die toten Körper an den Straßenrand geworfen. Rettungskräfte hätte diese später geborgen.

Die Regierung in Islamabad hatte am 26. April eine neue militärische Offensive gestartet, um die Ausbreitung der Taliban über das Swat-Tal hinaus zu verhindern. Berichten zufolge sind deswegen tausende Zivilisten auf der Flucht. Nach Militärangaben wurden dabei 170 Rebellen getötet. Im Swat-Tal hat sich die Sicherheitslage trotzdem weiter verschlechtert. Die Armee macht die Taliban unter anderem verantwortlich für die Plünderung einer Bank. Sie hätten außerdem eine Jungenschule in die Luft gesprengt und einen Anschlag auf das Stromnetz der Stadt Mingora verübt. (det/gri/ap/dpa/rtr)

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