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Asien

Taliban kündigen Großoffensive an

In einem Interview äußert sich der Militärführer der Taliban erstmals zu Details des erwarteten Angriffs. Wenn nötig, stünden bis zu 10.000 Kämpfer zur Verfügung.

Die Taliban ziehen zurzeit ihre Kämpfer zusammen

Die Taliban ziehen derzeit ihre Kämpfer in Afghanistan zusammen

Die Taliban haben nach eigenen Angaben 6000 Kämpfer für eine Frühjahrsoffensive gegen ausländische und afghanische Truppen in Afghanistan zusammengezogen. "Der Angriff steht unmittelbar bevor", sagte der militärische Führer der Rebellen, Mullah Dadullah, dem arabischen Nachrichtensender El-Dschasira.

"Die Zahl der Taliban-Mudschaheddin, die bereit zum Beginn der Frühjahrskämpfe sind, hat 6000 erreicht", erklärte Dadullah im Interview. Die Anzahl der aufständischen Kämpfer könne auf bis zu 10.000 steigen. "Je stärker die Zahl der jüdischen und christlichen Soldaten wächst, die uns bekämpfen, desto mehr werden die Afghanen ermutigt sein, sich uns anzuschließen", wurde der Militärchef zitiert. Dadullah, der im Kampf gegen die Sowjetarmee in Afghanistan ein Bein verlor, gilt als enger Vertrauter von Taliban-Chef Mullah Omar.

Australien will mehr Soldaten schicken

Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe (ISAF) hat bereits mehrfach gewarnt, die radikal-islamischen Taliban träfen Vorbereitungen, ihre Aktivitäten zu verstärken. Deshalb hat das ISAF-Kommando mehr Soldaten verlangt. Die ISAF und die US- geführten Koalitionstruppen haben derzeit 46.000 Soldaten in Afghanistan stationiert, darunter knapp 3000 Deutsche.

Fast 3000 deutsche Soldaten sind in Afghanistan

Fast 3000 deutsche Soldaten sind in Afghanistan

Auf die Bitte des ISAF-Kommandos hat nun Australien reagiert. Canberra kündigte am Donnerstag (22.2.07) an, die Zahl der Soldaten in Afghanistan zu erhöhen. Derzeit sind rund 550 australische Soldaten im Einsatz. Die Regierung sei wegen der Aktivitäten der Taliban-Milizen und des Terrornetzwerks El Kaida sehr besorgt, sagte Verteidigungsminister Brendan Nelson im australischen Rundfunk. Daher wolle er ein kleines Expertenteam entsenden, das die Lage vor Ort genau prüfen solle.

Auch Dänemark stellt mehr Truppen in Aussicht

Bereits am Mittwoch hatte Dänemark eine Truppenverstärkung in Afghanistan in Aussicht gestellt. Der angekündigte Abzug der Soldaten aus dem Irak biete die Möglichkeit, das Engagement zu erhöhen, hatte Regierungschef Anders Fogh Rasmussen in Kopenhagen erklärt. Eine Entscheidung über eine mögliche Aufstockung von derzeit rund 400 auf 600 Soldaten sei aber noch nicht gefallen.

Am Donnerstag traft NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zu einem überraschenden Besuch in Kabul ein. Das Bündnis teilte mit, er werde während seines zweitägigen Aufenthaltes von NATO- Oberbefehlshaber John Craddock begleitet. Die NATO-Spitze wolle sich von ISAF-Kommandeuren über die Lage im Land informieren lassen. De Hoop Scheffer wollte auch mit Präsident Hamid Karsai und Vertretern der Internationalen Gemeinschaft zusammenkommen.

Gewalt in Afghanistan nimmt zu

Die ISAF teilte am Donnerstag mit, in Ostafghanistan sei am Vortag ein Soldat an Verletzungen gestorben, die nicht von Kämpfen herrührten. Die Umstände des Todes würden untersucht. Im Osten des Landes sind vor allem US-Soldaten stationiert. Die Regierungen in Madrid und London hatten am Mittwoch mitgeteilt, eine spanische Soldatin und ein britischer Soldat der Schutztruppe seien in Afghanistan gewaltsam ums Leben gekommen.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen wieder zugenommen. Seit Jahresbeginn starben mehr als 300 Menschen, die meisten davon Rebellen. Im vergangenen Jahr wurden in Afghanistan mehr als 4000 Gewaltopfer verzeichnet, so viele wie in keinem anderen Jahr seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Viele der Opfer waren Zivilisten. (tos)

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