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Asien

Taliban-Hochburg unter Kontrolle der Armee

Einen Monat nach Beginn ihrer Großoffensive im Swat-Tal hat Pakistans Armee die Rückeroberung der Taliban-Hochburg Mingora gemeldet. "Der Kampf um Mingora ist beendet", sagte ein Militärsprecher.

Soldat in Mingora (Foto: AP)

Harter Einsatz: Soldat in Mingora

Die strategisch wichtigste Stadt im Nordwesten Pakistans stehe nun wieder vollständig unter Kontrolle der Streitkräfte, teilte Generalmajor Athar Abbas am Samstag (30.05.2009) in Islamabad mit. Lediglich in Außenbezirken stießen die Truppen noch auf einzelne Widerstandsnester. Derzeit würden noch Sprengfallen und selbst gebaute Sprengkörper entschärft. In Mingora seien zudem bereits medizinische Hilfskräfte und Lebensmittel eingetroffen, sagte Athar Abbas.

Die Erfolgsmeldungen konnten von unabhängiger Seite allerdings nicht bestätigt werden, da keine Journalisten in die Kampfzone gelassen werden.

Zerstörte Häuser in Mingora (Foto: AP)

Der Wiederaufbau dürfte lange dauern: Zahlreiche Häuser in Mingora sind zerstört

Kein Friedensabkommen

Die pakistanische Armee geht seit Wochen massiv gegen die radikal-islamischen Taliban im Swat-Tal vor, nachdem ein Friedensabkommen mit den Extremisten gescheitert war. Die Taliban hatten Mingora, die wirtschaftlich und verwaltungstechnisch bedeutendste Stadt in der Swat-Region, vor Wochen besetzt und dort das islamische Scharia-Recht eingeführt.

Seit Anfang Mai wurden bei Gefechten im Swat-Tal sowie den Nachbarregionen Buner und Dir nach Militär-Angaben insgesamt rund 1200 Aufständische und mehr als 80 Soldaten getötet. Zivilisten seien kaum zu Schaden gekommen, heißt es.

Großes Flüchtlingselend

Yousuf Raza Gilani (Foto: AP)

Sah Existenz seines Landes gefährdet: Yousuf Raza Gilani

Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR flohen etwa zweieinhalb Millionen Menschen aus den Gebieten im Nordwesten Pakistans. Beobachtern zufolge könnte die breite Unterstützung der Bevölkerung für die Großoffensive schwinden, wenn das Flüchtlingsproblem nicht schnell gelöst wird. Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani verteidigte den Militäreinsatz. Die Existenz Pakistans habe auf dem Spiel gestanden, erklärte er im Fernsehen.

Taliban üben Vergeltung

Aus "Rache" für die Militäroperation hatten die Taliban am Mittwoch und Donnerstag in zwei pakistanischen Großstädten blutige Bombenanschläge verübt. Dabei waren in der Millionenmetropole Lahore sowie in der Stadt Peshawar etwa 40 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. (wa/gri/ap/rtr/dpa/afp)

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