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Aktuell Asien

Taliban greifen Parlament in Kabul an

In der afghanischen Hauptstadt sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, es folgen weitere Explosionen. Die Abgeordneten fliehen aus dem Gebäude. Acht Angreifer werden getötet, aber auch eine Frau und ein Kind.

Rauch vernebelt nach den Explosionen das Parlamentsgebäude (Foto: rtr)

Rauch vernebelt nach den Explosionen das Parlamentsgebäude

Der Angriff geschah während einer Parlamentssitzung. Die afghanischen Abgeordneten warteten gerade auf den designierten Verteidigungsminister Mohammed Masum Staneksai, als eine heftige Detonation und danach laut Zeugen acht kleinere Explosionen die Gegend erzittern ließen. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid erklärte über den Internet-Kurznachrichtndienst Twitter: "Das Parlamentsgebäude ist unter einem schwerem Angriff der Mudschaheddin umstellt worden".

Der ausgebrannte Wagen des Selbstmordattentäters (Foto: rtr)

Der ausgebrannte Wagen des Selbstmordattentäters

Wie der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Abdul Rahman Rahimi, mitteilte, hatte sich zunächst ein Selbstmordattentäter in einem Auto am Westtor des Parlamentsgebäudes in die Luft gesprengt. "Andere Angreifer haben versucht, ins Parlament einzudringen." Sie seien von Polizisten in Feuergefechte verwickelt worden und hätten sich daraufhin in einem gegenüberliegenden Gebäude verschanzt. Von dort aus lieferten sie sich heftige Schusswechsel mit den Sicherheitskräften.

In einem Fernsehbericht aus der Parlamentssitzung war eine laute Detonation zu hören. Rauch stieg über dem Gebäude auf.

Soldaten zur Verstärkung, alle Angreifer erschossen

Die Behörden entsandten Soldaten und weitere Polizisten zur Verstärkung. Sicherheitskräfte riegelten die Darulaman-Straße ab, die zum Parlament führt. Die Abgeordneten wurden unversehrt aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. Später erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, die übrigen sieben Taliban-Angreifer seien erschossen worden.

Nach Angaben des afghanischen Nachrichtenportals "Pajhwok" wurden bei dem Anschlag auch zwei Zivilisten getötet, eine Frau und ein Kind. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Auch unter ihnen sind Frauen und Kinder.

Weitere Sicherheitskräfte auf dem Weg zum Anschlagsort (Foto: rtr)

Weitere Sicherheitskräfte auf dem Weg zum Anschlagsort

Seit dem Endes des NATO-Kampfeinsatzes in Afghanistan Ende 2014 haben die Terroranschläge der Islamisten auch in Kabul zugenommen. Die Taliban streben einen fundamentalistischen Gottesstaat an, in dem das islamische Recht der Scharia gilt.

Taliban erobern Bezirk in Kundus

Der Anschlag erfolgte am 5. Tag des Fastenmonats Ramadan, der traditionell als Zeit des Friedens und der inneren Einkehr gilt. In Afghanistan hat der Ramadan bislang allerdings keinen spürbaren Einfluss gehabt. An diesem Montag fiel mit Dascht-e-Archie ein weiterer Bezirk im Norden des Landes in der Provinz Kundus in die Hände der Taliban. Die islamistischen Kämpfer rücken damit weiter auf die Stadt Kundus vor.

Der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Nasruddin Saidi, verließ die Stadt, nachdem die Aufständischen wenige Kilometer vor seinem Amtssitz Position bezogen haben.

se/stu (rtr, afp, ape, dpa, epd)

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