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Aktuell Asien

Taliban greifen Gericht an

Bei einem großangelegten Angriff der radikalislamischen Taliban auf ein Gerichtsgebäude im Westen Afghanistans sind nach offiziellen Angaben mindestens 44 Menschen getötet worden.

Bei den Toten handele es sich um 34 Zivilisten, sechs Soldaten und vier Polizisten, teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul mit. Zudem hätten mehr als 90 Menschen Verletzungen erlitten. Auch neun Taliban seien bei der Attacke in der Provinzhauptstadt Farah im Westen Afghanistans getötet worden, berichtete der Ministeriumssprecher weiter. (Das Artikelbild zeigt einen Wachposten der afghanischen Sicherheitskräfte nach dem Angriff).

Der Polizeichef von Farah, Agha Noor Kentos, sagte, fünf Taliban hätten das Gerichtsgebäude in zwei Fahrzeugen erreicht. Eines der Autos sei explodiert, drei Kämpfer anschließend ins Gebäude eingedrungen. Die Kämpfe setzten sich nach Behördenangaben den ganzen Tag lang in der Stadt fort. Einige Angreifer drangen demnach in eine Filiale der Kabul-Bank neben dem Gerichtsgebäude ein.

Die Radikalislamisten bekannten sich zu der Attacke. In einem Text auf ihrer Internetseite hieß es, der Angriff sei die Reaktion auf Informationen, dass Talibankämpfern vor dem Gericht ein "grausamer" Prozess bevorgestanden habe. Die Angeklagten seien befreit worden, behauptete ein Sprecher der Aufständischen. Es war der blutigste Anschlag der Taliban seit fast anderthalb Jahren.

Die Extremisten bekämpfen seit Jahren die von den USA und den NATO-Truppen gestützte Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Im Jahr 2014 wird der Kampfeinsatz der internationalen Truppen zu Ende gehen. Karsai, dessen Amtszeit ebenfalls im nächsten Jahr endet, bemüht sich um einen Ausgleich mit den Aufständischen."Es ist auch ihr Land, sie sollten ein Teil der Regierung sein", sagte der Präsident der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag (02.04.2013). Wenn etwa Taliban-Anführer Mullah Omar sein Nachfolger als Präsident werden wolle, habe er nichts dagegen. "Er kann ein Präsidentschaftskandidat werden und den Afghanen die Möglichkeit geben, für ihn oder gegen ihn zu stimmen", sagte Karsai.

wl/re (afp, rtr,dpa)