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Islamistischer Terror

Taliban-Führer in Pakistan durch US-Drohne tödlich verletzt

Sie sind sunnitische Extremisten - und sie gehören zu den brutalsten in Pakistan. Die Mitglieder der Jamaat-ul-Ahrar sind für einige der schlimmsten Anschläge dort verantwortlich. Jetzt wechselt die Führung der Gruppe.

Pakistan Anschlag in Lahore (picture-alliance/Pacific Press/R. Sajid Hussain)

Nach einem tödlichen Anschlag der Jamaat-ul-Ahrar im Februar im pakistanischen Lahore

Der Anführer der Taliban-Organisation Jamaat ul-Ahrar (JuA) ist bei einem US-Drohnenangriff in der pakistanischen Provinz Paktia schwer verwundet worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf ungenannte Militärquellen berichtet, erlag Omar Khalid Khorasani vermutlich am Dienstag seinen Verletztungen. Auch ein JuA-Sprecher bestätigte der Agentur AFP Khorasanis Tod.

Nach der Befreiung einer fünfköpfigen kanadisch-amerikanischen Familie aus den Händen des afghanischen Hakkani-Netzwerks in Pakistan hatten die USA in der vergangenen Woche auf beiden Seiten der Grenze verstärkt Drohnenattacken ausgeführt. In dem Gebiet verstecken sich Kämpfer mehrerer Extremistengruppen.

An der Spitze geschwächt

Laut einheimischen Medien soll eine JuA-Versammlung bereits einen Nachfolger für Khorasani bestimmt haben, einen Mann namens Asad Afridi. Die Gruppe war schon zuvor geschwächt. Ihr einflussreicher Sprecher Ehsanullah Ehsan hatte sich unter rätselhaften Umständen im April dem Militär ergeben. Ein weiterer hoher Kommandeur, Adil Bacha, war Berichten zufolge Ende September in Afghanistan bei einem Drohnenangriff getötet worden.

Die sunnitische Jamaat ul-Ahrar ist eine der aktivsten und brutalsten Extremistengruppen im pakistanisch-afghanischen Raum. Sie verübt Anschläge gegen Sicherheitskräfte und andere staatliche Repräsentanten, gegen schiitische Muslime, die sie als Ketzer ansieht, und gegen Christen. So steckte die JuA hinter einem Selbstmordattentat in einem Park in Lahore am Osterfest 2016. Dort sprengte sich ein Angreifer mit feiernden Familien in die Luft. Mindestens 70 Menschen wurden getötet.

jj/mak (dpa, afp, rtr)