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Aktuell Asien

Taliban erobern Bezirkszentrum in Südafghanistan

In Afghanistan hat die Gewalt wieder stark zugenommen. In der südlichen Provinz Helmand mussten Regierungstruppen offenbar einen erneuten Rückschlag gegen die Extremistenmiliz Taliban hinnehmen.

Nach Berichten aus afghanischen Sicherheitskreisen haben die radikalislamischen Taliban durch ihre Angriffe Teile der Südprovinz Helmand unter ihre Kontrolle gebracht. In der Nacht zum Samstag hätten die Aufständischen das Zentrum des Bezirks Chanischin überrannt, sagte ein Mitglied des Provinzrates.

Seitens des Gouverneurspalasts von Helmand wurde diese Mitteilung durch einen Sprecher zurückgewiesen. Die Gefechte dauerten demnach noch an. Am Morgen sei Verstärkung eingetroffen. Über den Nachrichtendienst Twitter verkündete ein Talibansprecher, Kämpfer hätten den Bezirk "von Feinden befreit".

Opium aus Helmand

Aus Helmand kommen 90 Prozent des afghanischen Opiums. Für die Provinz ist das ein großes Sicherheitsrisiko. Der dünn besiedelte, ländliche Bezirk war in den vergangenen Monaten bereits kurzzeitig in der Gewalt der Taliban. Die Extremisten wollen in Helmand einen Staat im Staat für sich erkämpfen. Dort kontrollieren sie derzeit mindestens fünf der 14 Bezirke - und damit Mohnanbaugebiete und Schmuggelrouten. Die Einnahmen der Provinz sind für die Extremisten eine wichtige Geldquelle, da sie sich durch Steuern auf Mohnanbau und Drogenschmuggel finanzieren. Experten schätzen, dass die Taliban bisher rund 20 bis 40 Prozent ihres Einkommens aus dem Drogengeschäft beziehen

pab/cr (AP, dpa)