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Asien

Taliban entführen pakistanische Studenten

Mutmaßliche Kämpfer der Taliban sollen im Nordwesten Pakistans mehr als 300 Menschen verschleppt haben. Die Region an der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochbug der islamischen Fundamentalisten.

Bewaffnete Männer (Foto: AP)

Militante Isamisten in einem Ausbildungscamp in Pakistan

Schwer bewaffnete Extremisten haben in der pakistanischen Region Nord-Waziristan Studenten und Dozenten einer Hochschule sowie deren Angehörige in ihre Gewalt gebracht. Wie die Polizei der Stadt Bannu mitteilte, waren die Menschen in einem Konvoi von 30 Kleinbussen unterwegs, als sie von zahlreichen mutmaßlichen Islamisten gestoppt wurden. Einer der Fahrer habe entkommen und Polizei und Militär alarmieren können. In einigen Meldungen ist von bis zu 500 Entführten die Rede.

Nach Augenzeugenberichten trugen die Angreifer automatische Waffen, Granaten und Panzerfäuste. Nach den Worten eines Beraters des pakistanischen Premierministers Jussuf Raza Gilani verhandeln die Behörden inzwischen mit den Kidnappern über die Freilassung der Geiseln. Nord-Waziristan gilt als eine Hochburg der Taliban und Kämpfern der Al Kaida.

Militäroffensive so gut wie abgeschlossen

Flüchtlinge in Pakistan (Foto: AP)

Warten auf Hilfe: Flüchtlinge im pakistanischen Swat-Tal

Die pakistanischen Streitkräfte hatten am Wochenende die Rückeroberung der wichtigsten Stadt des Swat-Tals, Mingora, gemeldet. Verteidigungsminister Syed Athar Ali erklärte die Ende April gegen die Taliban begonnene Offensive für weitgehend abgeschlossen. Von den einst 300.000 Einwohnern der Stadt hatten nur rund 20.000 bis zum Ende ausgeharrt. Etwa 2,5 Millionen Einwohner waren aus dem Tal geflohen. Armeesprecher Athar Abbas erklärte dagegen, die Taliban befänden sich auf dem Rückzug. Es werde aber noch eine Zeit lang dauern, bis die Militäroperationen beendet seien. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Offensive mehr als 1200 Aufständische und etwa 80 Soldaten getötet.

Unterdessen gerät mit Süd-Waziristan eine weitere Hochburg der Taliban ins Visier der Regierungstruppen. In der halbautonomen Region an der Grenze zu Afghanistan lieferten sich Regierungssoldaten und Aufständische heftige Gefechte. Dabei wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen bis zu 15 Extremisten getötet.

Rotes Kreuz alarmiert

Das Komitee vom Internationalen Roten Kreuz zeigte sich derweil tief besorgt von den Zuständen im Swat-Tal. Die Zivilbevölkerung sei seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten, die meisten medizinischen Einrichtungen im Tal seien nicht mehr funktionstüchtig, es gebe weder fließendes Wasser oder Strom, es mangle an Treibstoff für Generatoren und die Telefonverbindungen seien zusammengebrochen, sagte ein IKRK-Vertreter, der die Region besuchte. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zeradri stellte Soforthilfe in Höhe von umgerechnet 4,3 Millionen Euro für die Flüchtlinge bereit. (gmf/det/rtre/ape/afp/dpa)

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