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Aktuell Asien

Taliban entführen Hubschrauber-Insassen

Radikalislamische Taliban haben im Osten Afghanistans die Insassen eines Hubschrauber verschleppt, darunter auch mehrere türkische Staatsangehörige. Der Helikopter musste zuvor notlanden.

Der Helikopter war am Sonntagabend wegen schlechten Wetters in der Provinz Logar südlich der Hauptstadt Kabul gelandet. Nach Angaben der Bezirksregierung war der Hubschrauber auf dem Weg von der Stadt Chost im Osten Afghanistans in die Hauptstadt Kabul gewesen. Er gehöre einer türkischen Firma, die in Chost an einem großen Projekt arbeite. Ein Sprecher der Taliban sagte, Aufständische hätten direkt nach der Landung am Sonntag elf Ausländer gefangen genommen und den Helikopter in Brand gesteckt.

Widersprüchliche Angaben über Anzahl und Herkunft der Geiseln

Über die Nationalität der Entführten gibt es widersprüchliche Angaben. Nach Angaben der Regierung in Kabul handelt es sich um sieben in einem Bauprojekt beschäftigte Türken, zwei ukrainische Piloten sowie einen afghanischen Übersetzer. Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf die russische Botschaft in Afghanistan, dass auch ein Russe an Bord gewesen sei. Lokale Medien berichteten von zwei Russen. Der Taliban-Sprecher wiederum sagte, sie hätten US-amerikanische Militärangehörige sowie zwei Übersetzer in ihrer Gewalt. Er sprach auch von einem "Helikopter, der den ausländischen Truppen gehört". Die internationale Afghanistan-Truppe Isaf sowie die Vereinten Nationen erklärten allerdings, es handele sich nicht um einen ihrer Hubschrauber.

Nach Mitteilung der Bezirksregierung musste der Helikopter wegen schlechten Wetters im Distrikt Asr landen. Der Landeplatz liege ganz im Osten der Provinz nahe der Grenze zu Pakistan, wo die Taliban aktiv seien.

Friedensbemühungen für Afghanistan sollen fortgesetzt werden

Unterdessen wurde bekannt, dass die Friedensbemühungen für Afghanistan wiederbelebt werden sollen. Nach offiziellen Angaben will Präsident Hamid Karsai am Dienstag in Brüssel darüber Gespräche mit den USA und Pakistan führen. Karsai werde in der belgischen Hauptstadt mit US-Außenminister John Kerry und Vertretern des Nachbarlandes Pakistan zusammenkommen, sagte ein Regierungssprecher in Kabul. Wegen Grenzkonflikten ist das Verhältnis der beiden Nachbarstaaten seit Wochen angespannt.

hf/kis (rtr, afpd, dpa)

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