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Politik

Taliban bekennen sich

Die Taliban haben sich zu dem Anschlag auf das Büro des Welternährungsprogramms mit mindestens fünf Toten bekannt. Die Organisation "sei nicht im Interesse der Muslims tätig". Die UN schlossen alle Büros in Pakistan.

Pkistanische Soldaten (Foto: dpa)

Soldaten sichern das Gebäude des WFP in Islamabad nach dem tödlichen Anschlag

Die Taliban hatte sich am Dienstag (06.10.2009) bei mehreren ausländischen Nachrichtenagenturen in Islamabad gemeldet. "Der Angriff kam von uns - wir übernehmen die Verantwortung," hieß es. Der Taliban-Sprecher Azam Tariq warf der UN-Organisation vor, Handlanger der USA zu sein. Die UN und die anderen ausländischen Organisationen seien "nicht im Interesse der Muslime tätig". Ihre Aktivitäten würden beobachtet. Sie seien Ungläubige. "Wir werden weitere Attentäter für solche Anschläge entsenden", fügte Tariq hinzu. Außerdem schweige das Welternährungsprogramm zu den Angriffen in Waziristan, sagte der Taliban-Sprecher mit Blick auf die Luftangriffe durch US-Drohnen im Grenzgebiet zu Afghanistan, die mutmaßlichen radikalislamischen Aufständischen gelten.

Porträt von Hakeemullah Mehsud, neuer Taliban-Führer (Foto: dpa)

Hakeemullah Mehsud hatte mit Anschlägen gedroht: Er soll neuer Taliban-Anführer in Pakistan sein.

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik hatte zuvor bereits die Vermutung geäußert, der Anschlag vom Montag sei ein Racheakt für den Tod des Taliban-Führers Baitullah Mehsud gewesen. Mehsud war am 5. August bei einem US-Luftangriff getötet worden.

UN hält Büros in Islamabad geschlossen

Die Vereinten Nationen wollen sämtliche Büros der Organisation nach dem Anschlag zunächst geschlossen halten, um mögliche weitere Sicherheitsvorkehrungen zu beraten, wie eine Sprecherin sagte. Allein das Büro des WFP in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beschäftigt etwa 70 Mitarbeiter. Ein als Soldat verkleideter Attentäter hatte sich am Montag Zugang zu dem stark gesicherten WFP-Büro in Islamabad verschafft und sich dort in die Luft gesprengt. Vier Pakistanis und ein Iraker wurden bei dem Anschlag getötet. Mehrere Personen wurden teils schwer verletzt.

Porträt von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: dpa)

UN-Generalsekretär Ban verurteilte den Anschlag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag scharf. Es handle sich um ein durch nichts zu rechtfertigendes schändliches Verbrechen an jenen, die ohne Unterlass arbeiteten, um die Armen und Schwachen zu unterstützen. Die Vereinten Nationen würden die Menschen in Pakistan aber weiterhin unterstützen, sagte Ban vor Journalisten in Genf.

Als Teil eines Nothilfeprogramms verteilt das WFP nach eigenen Angaben lebenswichtige Nahrungsmittel an zwei Millionen pakistanische Zivilpersonen, die von dem Konflikt im nordwestlichen Swat-Tal vertrieben worden waren.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpa, ap, afp, rtre)
Redaktion: Oliver Samson

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