1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Taliban beginnen "Frühjahrsoffensive" in Afghanistan

Die Taliban haben ihre jährliche Offensive in Afghanistan gestartet. Besonders auf Regierungsmitarbeiter haben sie es abgesehen. Bei einer Anschlagsserie sind mehrere Menschen getötet worden.

Taliban-Kämpfer haben in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad ein Justizgebäude angegriffen. Die bewaffnete Gruppe habe das Feuer auf Wachleute eröffnet und liefere sich seitdem Schießereien, teilte die Provinzverwaltung mit. Die Sicherheitsbehörden schickten Verstärkung. Nach Angaben eines Taliban-Sprechers gelang es den Kämpfern, in das Gebäude einzudringen. Der Angriff startete, als die Mitarbeiter mit der Arbeit begannen, sagte der Sprecher der Provinzregierung Nangarhar, Ahmad Zia Abdulzai.

Die Angreifer schossen auf die Wachleute und übernahmen die Kontrolle über das Gebäude. Wie viele Menschen sich dort zum Zeitpunkt der Attacke befanden, ist unklar. Polizei und Armee umstellten das Gebäude. Immer wieder habe es Schusswechsel zwischen den Sicherheitskräften und den Militanten im Inneren des Gebäudes gegeben, sagte der Polizeichef der Provinz Nangarhar, Fazel Ahmad Sherzad.

Angriffe auf Polizei und NATO

Zuvor hatten die Taliban einen Polizeicheckpoint in der Provinz Helmand angegriffen und neun Polizisten getötet. In der Provinz Ghasni wurden ein Polizist und zwei Frauen getötet, als die Aufständischen einen Kontrollposten angriffen. Acht weitere Menschen seien verwundet worden, sagte der stellvertretende Gouverneur von Ghasni, Mohammed Ali Ahmadi. Außerdem schlugen zwei Raketen auf dem Gelände des internationalen Flughafens in Kabul ein, richteten aber keinen Schaden an, wie der Sprecher der Kabuler Polizei, Hashmat Stanikzai, mitteilte. Vier Raketen trafen den Flughafen Bagram im Norden der Hauptstadt. Dort befindet sich der größte Stützpunkt der NATO in Afghanistan. "Ein leeres Gebäude und Ausrüstung wurde beschädigt", sagte ein NATO-Sprecher. "Es gab keine Verletzten."

Die Taliban bekannten sich zu den Angriffen und erklärten, auch in den Provinzen Nimrus, Kapisa, Sabul, Patika und Paktika Angriffe verübt zu haben, bei denen mehrere US-Soldaten sowie afghanische Polizei- und Armeekräfte getötet worden seien. Die radikalislamische Bewegung macht oft übertriebene Angaben über die Zahl ihrer Opfer.

Frühjahrsoffensive hat begonnen

Die Aufständischen hatten am Donnerstag den Beginn ihrer diesjährigen Offensive angekündigt. Hauptziele seien auch in diesem Jahr "ausländische Invasoren und ihre Unterstützer". Dazu zählten alle, die mit den internationalen Truppen zusammenarbeiteten. Als Beispiel nannten die Taliban ausdrücklich Übersetzer. Ziele seien außerdem Regierungsmitarbeiter und Parlamentarier sowie Richter und Staatsanwälte, die Taliban-Kämpfer verfolgten. In diesem Jahr fällt die Offensive mit der zweiten Runde der Präsidentenwahl Anfang Juni zusammen.

Der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan läuft Ende des Jahres aus. Die NATO plant einen kleineren Folgeeinsatz zur Unterstützung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte. Die Taliban teilten mit, ihr Kampf werde "bis zur Vertreibung des letzten ungläubigen Eindringlings und der Schaffung einer islamischen Regierung" andauern.

cr / kle (afp, dpa, ap)

Die Redaktion empfiehlt