Taliban auf dem Vormarsch | Aktuell Asien | DW | 06.06.2015
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Aktuell Asien

Taliban auf dem Vormarsch

Auch nach dem Abzug der internationalen Truppen kommt Afghanistan nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Die Taliban verzeichnen weitere Gebietsgewinne. Derweil wurden bei Bombenanschlägen mindestens 13 Menschen getötet.

Die radikalislamischen Taliban haben einen Bezirk in der nordostafghanischen Provinz Badachschan unter ihre Kontrolle gebracht. Mindestens drei Sicherheitskräfte und acht Taliban-Kämpfer seien bei Angriffen auf Kontrollpunkte des Bezirks Yamgan getötet worden, teilte ein Sprecher der Provinz mit. Die Sicherheitskräfte vor Ort seien daraufhin geflohen. Die Taliban kontrollierten nun den gesamten Bezirk.

13 Tote, zahlreiche Verletzte

Unterdessen wurden mindestens 13 Menschen bei zwei verschiedenen Bombenanschlägen getötet. In der südafghanischen Provinz Urusgan starben nach Angaben der Provinzverwaltung mindestens sechs Menschen, nachdem sie in eine Sprengfalle gerieten.

In der ostafghanischen Provinz Ghasni war eine Gruppe unterwegs zu einer Hochzeit, als ein Sprengsatz am Straßenrand explodierte, wie ein Sprecher der Provinz mitteilte. Hier seien mindestens sieben Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.

Tote Islamisten bei Drohnenangriff

Auch im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet bleibt die Lage angespannt. Acht Islamisten seien bei einem US-Drohnenangriff in Nord-Waziristan getötet worden, teilte ein pakistanischer Sicherheitsbeamter mit. Das ferngesteuerte Fluggerät habe zwei Raketen auf ein Gebäude und ein daneben geparktes Fahrzeug abgefeuert. Die Angaben konnten noch nicht unabhängig überprüft werden.

In dem an Afghanistan angrenzenden gesetzlosen Stammesgebiet kämpft das pakistanische Militär seit Jahren gegen die Taliban. Die Region dient sowohl Taliban-Kämpfern als auch Al-Kaida als Rückzugs- und Logistikraum. Offiziell lehnt Pakistan US-Drohnenangriffe als Verletzung seiner Souveränität ab. Seit 2004 starben Medienberichten zufolge bei mehr als 515 bekannt gewordenen Drohnenangriffen bis zu 4000 Menschen.

nin/sp (dpa, afp, rtr)