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Asien

Taliban-Anführer in Pakistan getötet

Er war der Staatsfeind Nummer eins in Pakistan: Baitullah Mehsud ist bei einem US-Angriff getötet worden. Seit 2007 war Mehsud der Anführer der pakistanischen Taliban.

Haus in Trümmern (Foto: AP)

Der Ort des Geschehens: Im Haus des Schwiegervaters starb der Taliban-Anführer

Der Geheimdienst des Landes teilte am Freitag (07.08.2009) mit, dass Baitullah Mehsud bereits am Mittwoch bei einem US-Raketenangriff auf das Haus seines Schwiegervaters in Süd-Waziristan getötet worden sei. Auch die pakistanische Taliban gab den Tod ihres Anführers bekannt. Mehsud sei schon beerdigt worden, hieß es. Er wird für die Planung zahlreicher Attentate in Pakistan verantwortlich gemacht ebenso wie für die Tötung der ehemaligen Premierministerin Benazir Bhutto, die 2007 nach einer Wahlkundgebung in Rawalpindi einem Attentat zum Opfer fiel.

Steinigung in Pakistan (Foto: AP)

Die Scharia ist in einigen Teilen Pakistans von den Taliban wieder eingeführt worden. Hier wurde ein Mann nach dem Scharia-Recht gesteinigt

Anschlag von CIA-Agenten ausgeführt

Bei dem Raketenbeschuss durch eine US-Drohne - ein unbemanntes Flugzeug - sollen am Mittwoch bis zu zehn Menschen getötet worden sein, darunter neben Mehsud auch eine seiner beiden Ehefrauen. Der Anschlag soll von CIA-Agenten ausgeführt worden sein. Dies sickerte aus Geheimdienstkreisen durch. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik sagte gegenüber Medienvertretern, ihm lägen noch keine stichhaltigen Beweise zum Tod des Taliban-Chefs vor. Außenminister Shah Mahmood Qureshi kündigte an, Behördenvertreter würden zum Ort des Raketenangriffs reisen, um die Hinweise zu überprüfen. Daran wollten sich auch US-Geheimdienstbeamte beteiligen.

Die USA starten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan immer wieder Raketenangriffe auf Verstecke der Extremisten. Die Taliban waren in den vergangenen Monaten bereits durch die Offensive des pakistanischen Militärs im nördlich gelegenen Swat-Tal geschwächt worden. In Süd-Waziristan agieren die Taliban überwiegend offen und pflegen intensive Kontakte nach Afghanistan, insbesondere zum dortigen Taliban-Chef Mullah Omar.

Holbrooke im Portrait (Foto: AP)

Der US-Gesandt Richard Holbrooke hielt Mehsud für "eine der abscheulichsten Personen in der Region"

Verbindungsmann zu al-Qaida

Die CIA hatte Anfang des Jahres ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf Mehsud ausgesetzt, da die Behörde in ihm einen wichtigen Verbindungsmann der pakistanischen Taliban nach Afghanistan und zu al-Qaida sah. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, erklärte, Baitullah Mehsud sei "eine der gefährlichsten und abscheulichsten Personen in der Region".

Seit Jahren tobt ein blutiger Machtkampf zwischen der pakistanischen Regierung und den Taliban. Die Probleme des Landes bieten dabei einen idealen Nährboden für die selbst ernannten "Gotteskrieger". Mit Terror versuchen sie, das Land zu destabilisieren. Ihr Ziel ist die Einführung der islamischen Rechtsordnung, der Scharia.

Taliban mit Waffen (Foto: dpa)

Sie werden wohl weiterkämpfen: Taliban-Kämpfer in der Krisenregion

Nachfolger schon bereit

Die Regierung in Islamabad erachtete Mehsud als eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit des Landes. Doch auch nach seinem Tod gilt die Terrorgefahr nicht als gebannt. Als wahrscheinlichster Nachfolger gilt pakistanischen Geheimdienstkreisen zufolge Hakim Ullah, der für eine rigorose Rekrutierung und Ausbildung von Selbstmordattentätern bekannt ist. (mbö/ml/afp/AP)

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