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Aktuell Asien

Taliban-Anführer in Pakistan getötet

Bei einem US-Drohnenangriff sind im Nordwesten Pakistans nach Geheimdienstangaben mehrere Aufständische getötet worden. Unter den Opfern soll auch der Taliban-Führer Mullah Nazir sein.

Bei dem Angriff im halbautonomen Stammsgebiet Süd-Waziristan seien auch zwei seiner Stellvertreter und sechs weitere Mitglieder seiner radikal-islamischen Miliz getötet worden, hieß es. Es war der erste US-Drohnenangriff im neuen Jahr.

Den Angaben nach wurde Maulvi Nazir Wazir in einem Haus in der Ortschaft Angoor Adda getötet. Der Angriff ereignete sich bereits am späten Mittwochabend. Bewohner von Wana, dem größten Ort in Süd-Waziristan, berichteten, es sei eine Trauerfeier nahe der Stadt abgehalten worden.

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US-Drohnenangriffe in Pakistan

Kein Kampf gegen Islamabad

Nazirs Gruppe kämpfte gegen die Regierung im benachbarten Afghanistan und die dort stationierten ausländischen Truppen. Er soll enge Kontakte zum Haqqani-Netzwerk gehabt haben, das für einige der blutigsten Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht wird. Seine Miliz war im vergangenen Jahr die erste Taliban-Gruppe, die Polio-Impfungen verbot. Zur Begründung hatte Nazir erklärt, die USA missbrauchten Impfkampagnen, um an Informationen für Drohnenangriffe zu kommen.

Sein Verhältnis zu den pakistanischen Taliban, die vom rivalisierenden Stamm der Mehsud dominiert werden, war dagegen schwierig. Mit der Regierung in Islamabad soll er einen inoffiziellen Waffenstillstand geschlossen haben.

Die nächste Drohne kommt bestimmt

Nazir war erst Ende November bei einem Angriff in Wana verletzt worden. Der Hintergrund ist unklar. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass das Attentat vor einer anderen Taliban-Gruppe ausgeführt wurde.

Bei einem weiteren Drohnenangriff wurden nach Angaben der pakistanischen Sicherheitskräfte in Nord-Waziristan mindestens vier Aufständische getötet. Angaben zu ihrer Identität machten sie nicht. Die USA gehen seit längerem mit unbemannten Drohnen gegen die Aufständischen in den Stammesgebieten vor. Die unzugängliche Region an der Grenze zu Afghanistan gilt als Rückzugesgebiet von Kämpfern der Terrororganisation Al-Kaida, der Taliban und anderer Rebellengruppen.

gmf/wl (afp, dapd, dpa, rtr)

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