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Bildung

Talentschmiede für den kreativen Nachwuchs

Was verkauft werden soll, muss cool aussehen. Das Flugzeug ebenso wie die Bürotasse, CD-Hüllen oder das Corporate Design eines Unternehmens. Das Know how vermitteln Hochschulen wie die hfg in Offenbach.

Ying Wang hat einen Tisch entworfen, der in einer Minute auf- und wieder abgebaut werden kann. Denn er wird einfach zusammengesteckt. Der Tisch hat bereits Käufer gefunden. Das freut Ying Wang. Aber noch wichtiger ist der jungen Frau, dass ihr Professor von dem unverschraubten Möbelstück überzeugt ist. Schließlich will sie gute Noten bekommen.

Ying Wang stammt aus Shanghai. Dort hat sie Design studiert und bereits ihren Bachelor gemacht. Für ein Aufbaustudium ist sie vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Sie wollte mehr Praxisnähe. Und die bietet die Hochschule für Gestaltung (hgf) im hessischen Offenbach reichlich – gepaart mit einer intensiven Betreuung. Das hat sich längst auch außerhalb Deutschlands rumgesprochen. Mittlerweile kommt jeder achte Student der hfg aus dem Ausland.

Tradition und Moderne

Die Hochschule blickt auf eine mehr als 175-jährige Entwicklung zurück. Hervorgegangen ist sie aus einer Handwerkerschule, die sich zur Kunstgewerbeschule entwickelte und 1970 schließlich in eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule des Landes Hessen umgewandelt wurde. Mit dem gesetzlich festgeschriebenen Bildungsauftrag, "künstlerische Formen und Gehalte zu vermitteln und fortzuentwickeln" und den "künstlerischen und künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchs heranzubilden“. Und zwar in vier Fachrichtungen: Kunst, Kommunikationsdesign, Medien, sowie Bühnen- und Kostümbild.

Nach Abschluss ihres Studiums sollen die jungen Menschen dann in der Lage sein, Kleidung, Schmuck, Hausrat, Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge zu entwerfen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch marktwirtschaftlich und technisch-funktional überzeugen. Sie haben sich alle wesentlichen Aspekte des Filmhandwerks angeeignet, sich intensiv mit den klassischen und zeitgenössischen Formen der bildenden Kunst auseinandergesetzt. Oder sie wissen, wie man Verpackungen, Videos oder Druckvorlagen konzipiert und gestaltet und digitale Datenträger optimal aufbaut.

Ausgewählte Begabungen

Rund 600 Studierende werden derzeit an der Offenbacher Designhochschule ausgebildet. Sie alle mussten zunächst ein Auswahlverfahren durchlaufen und ihre künstlerische Begabung anhand einer Mappe mit selbst gefertigten Arbeiten nachweisen. In Theorie und Praxis, in Seminaren, Werkstätten und bei Hospitanzen in einer Reihe von Unternehmen, mit denen die hfg vernetzt ist, entwickeln sie nun nicht nur ihre individuelle Kreativität, sondern lernen auch mögliche Berufsfelder kennen.

Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist groß. In Deutschland und auch in China. Die angehende Produktdesignerin Ying Wang setzt deshalb darauf, dass ihr das Studium in Offenbach zum Vorteil gereicht. Immerhin lernt sie hier praktisch, was in der Heimat nur theoretisch vermittelt wird. Und ganz nebenbei hat sie auch noch eine Sprache und eine andere Kultur kennen gelernt.

Autorin: Silke Bartlick
Redaktion: Gaby Reucher