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Asien

Taiwan unterläuft Sanktionen gegen Iran

Hat Taiwan dem Iran sensible Technologie für den Ausbau des umstrittenen Atomprogramms verkauft? Nach Agenturberichten soll sogar die Regierung in Peking von diesen Geschäften gewusst haben.

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Durch sensible Geschäfte eng verbandelt: Iran und Taiwan

Teheran sucht nach geeigneter Technik für den Ausbau seines Atomprogramms. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ hat das iranische Verteidigungsministerium bereits im vergangenen Jahr vergeblich versucht, bei europäischen Firmen entsprechende Geräte einzukaufen. Nun soll eine taiwanesische Firma sensible Technologie an den Iran verkauft haben. Dabei habe auch die chinesische Regierung ihre Finger im Spiel gehabt. Inzwischen ermitteln sowohl die taiwanesischen Behörden, als auch die Vereinten Nationen.

In dem konkreten Fall geht es um Druckwandler, die zur Urananreicherung verwendet werden können. Eine taiwanesische Firma soll diese Geräte an den Iran verkauft haben, so berichteten verschiedene Agenturen am Wochenende unter Berufung auf das taiwanesische Magazin „Next“. Demnach ist auch die Volksrepublik China in die Geschäfte verwickelt. Im vergangenen Jahr habe die taiwanesische Firma den Auftrag aus Festland-China im Namen einer iranischen Ölfirma erhalten, Druckwandler für den Bau einer Pipeline zu liefern. Die Firma habe daraufhin 108 Druckwandler in der Schweiz erworben und dann an den Iran geliefert. Offiziell behauptet China, den Iran nicht mit Technologie zu versorgen, die zum Bau von Atomwaffen dienen kann.

Ein Druckwandler wird zur präzisen Druckmessung verwendet, etwa bei der Uran-Anreicherung mittels Gaszentrifugen. Angereichertes Uran wird für den Bau nuklearer Waffen benötigt. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, heimlich Atomwaffen zu entwickeln.

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Peking soll Drahtzieher der Geschäfte gewesen sein

Einem taiwanesischen Handelsfunktionär zufolge ist der Export von Druckwandlern an den Iran weder in Taiwan noch in der Schweiz illegal. Das bestätigte auch die Außenhandelsabteilung des taiwanesischen Wirtschaftsministeriums. Dennoch wolle die taiwanesische Regierung die Firma auf eine Beobachtungsliste setzen.

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Technik auf Umwegen besorgt

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte die britische Zeitung „Daily Telegraph“ unter Berufung auf Geheimdienstberichte geschrieben, Mitarbeiter des iranischen Verteidigungsministeriums hätten sich mit Vertretern taiwanesischer Firmen getroffen, um hunderte von Druckwandlern zu kaufen. Zuvor hätte die iranische Regierung ein Jahr lang vergeblich versucht, derartige Geräte bei amerikanischen und europäischen Firmen zu kaufen, so das Blatt. Schließlich habe man sich an eine taiwanesische Firma gewandt. Der Name der Firma ist bislang nicht bekannt. Dem Bericht zufolge seien die Geräte, die in Europa produziert wurden, über die taiwanesische Firma an den Iran geliefert worden. Die Außenhandelsabteilung des taiwanesischen Wirtschaftsministeriums hatte schon im Dezember angekündigt, den Vorwürfen nachgehen zu wollen. Mitarbeiter der UN ermitteln, ob die europäischen Firmen die Endverbraucherzertifikate korrekt überprüft haben. Die Endverbraucherzertifikate stellen sicher, dass die Druckwandler nicht weiterverkauft werden.

Autor: Christoph Ricking

Redaktion: Nicola Reyk

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