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Aktuell Asien

Taifun "Hagupit" schwächt sich ab

Auf den Philippinen scheint nach dem Taifun "Hagupit" das Schlimmste vorüber: Nachdem frühzeitig gewarnt wurde, konnten sich Hunderttausende in Sicherheit bringen. Es gab Verwüstungen, aber eine Katastrophe blieb aus.

Der Taifun "Hagupit" hat sich auf seinem Weg in Richtung der philippinischen Hauptstadt Manila abgeschwächt. Wie die nationale Wetterbehörde mitteilte, tobte er zuletzt mit Windgeschwindigkeiten von 120 bis 150 Kilometern pro Stunde über die Mitte des Inselstaates. Den Philippinen genähert hatte er sich am Freitag mit Spitzengeschwindigkeiten von zeitweise bis zu 250 Kilometern in der Stunde.

Über das Land hinein brach "Hagupit" am Samstag mit gewaltigen Sturmböen und heftigen Niederschlägen. Hunderttausende waren aber dank früher Warnungen rechtzeitig aus den am stärksten gefährdeten Gebieten geflohen. So wiederholte sich die Katastrophe des Vorjahres nicht: Damals fegte Taifun "Haiyan" durch dasselbe Gebiet und riss mehr als 7000 Menschen in den Tod. Durch "Hagupit" starben nach jüngsten Angaben bislang mindestens acht Menschen.

Wie das Philippinische Rote Kreuz mitteilte, kamen mindestens 21 Menschen ums Leben. Die meisten davon ertranken, als eine Flutwelle die Insel Samar überspülte. "Der Taifun wütet noch in mehreren Landesteilen, aber wir haben hauptsächlich Gebäudeschäden zu beklagen", sagte der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Alexander Pama. Bis zu eine Million Menschen hatten sich seinen Angaben zufolge in Sicherheit gebracht: bei Verwandten weiter im Landesinneren oder in Notunterkünften.

Samar und Masbate besonders betroffen

Besonders schwere Verwüstungen hinterließ der Sturm auf den Inseln Samar und Masbate. Der Wind entwurzelte Bäume und riss Strommasten aus dem Boden. Dächer wurden abgedeckt und Hütten umgerissen. Auf den Straßen türmten sich Schutt und Äste.

500 Kilometer nördlich von Samar wurden die Behörden der Hauptstadt Manila in Alarmbereitschaft versetzt: Wenn die Millionenmetropole heftig vom Taifun getroffen würde, droht das ganze Wirtschaftszentrum des Landes lahm zu liegen. Doch die Behörden hoffen darauf, dass "Hagupit" vorher an Kraft verliert. Und man sich schnell auf die Aufräumarbeiten konzentrieren kann. "Wir versuchen, Korridore freizumachen, damit Hilfsgüter schnell verteilt werden können", sagte Katastrophenschutz-Direktor Pama. "Das schaffen wir nicht überall heute, aber in den nächsten Tagen." Im vergangenen Jahr hatten Hunderttausende Obdachlose tagelang verzweifelt auf das Nötigste gewartet.

Für endgültige Entwarnung zu früh

Doch für eine endgültige Entwarnung ist es nach Einschätzung von Experten noch zu früh. "Meine größte Sorge sind Überschwemmungen, weil der Taifun sich so langsam bewegt", sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda, im Fernsehen. "Es könnte am Vulkan Mayon zu Erdrutschen kommen." Auch das Caritas-Hilfswerk warnte: "Neben hohen Flutwellen an der Küste werden in den kommenden Tagen Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet", so Reinhard Würkner, Asien-Leiter bei Caritas international. Tausende von Menschen stünden ein Jahr nach Haiyan wieder vor dem Nichts und seien dringend auf Hilfe angewiesen.

ml/as (dpa,afp)

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