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Europa

Tag der Vermissten - ein bosnisches Schicksal

Jeden Tag verschwinden Menschen durch Kriege oder durch politisch motivierte Gewalt. Als 14-Jähriger überlebte Z.B. im Bosnienkrieg ein Massaker. Bis heute sucht er nach den getöteten Familienmitgliedern.

Nicht nur am 30. August, dem Internationalen Tag der Vermissten: Auf dem Westbalkan suchen Menschen 20 Jahre nach dem Ende der Kriege immer noch nach 12.000 verschwundenen Angehörigen.

14 Jahre alt war Z.B. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt), als es zu dem Massaker im Dorf Zecovi in Nordwesten Bosnien-Herzegowinas kam. "Es war halb neun Uhr abends. Vor dem Haus sah ich einen Soldaten. Er hatte eine Uniform und eine Soldatenmütze", erinnert er sich. "Frauen und Kinder waren schon im Hof. Als die Soldaten angefangen haben zu schießen, bin ich ins Nachbarhaus gerannt. Mein Nachbar Milan hat mich dort acht Tage lang versteckt." Heute ist Z.B. 30 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Söhne. Immer noch sucht er nach seinen Familienmitgliedern.

Mit der Hilfe des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) versuchen Staatsanwälte aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien zusammen, die Strafverfolgung der Kriegsverbrecher zu beschleunigen. Gleichzeitig intensiviert man die Suche nach den Vermissten, damit die Familien endlich Klarheit bekommen und Ruhe finden können. Staatliche Kommissionen für die Vermissten treffen sich regelmäßig und tauschen die Informationen aus - ein wichtiger Schritt für die Suche nach der Wahrheit und den Prozess der Aussöhnung.