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Aktuell Welt

Tadschikischer Oppositioneller in Istanbul erschossen

Der führende tadschikische Oppositionelle Umarali Kuwatow ist durch einen Kopfschuss auf offener Straße getötet worden. Der ehemalige Geschäftsmann lebte im türkischen Exil, weil er seine Ermordung fürchtete.

Türkische Medien melden, dass der mutmaßliche Mörder des tadschikischen Politikers noch flüchtig sei und die Polizei die Ermittlungen aufgenommen habe. Kuwatow stand an der Spitze der "Gruppe 24". Die Oppositionsbewegung wurde im letzten Jahr von der Regierung als extremistische Gruppierung gebrandmarkt und verboten.

Der 47-Jährige hatte im letzten Bericht von Human Rights Watch zu Protokoll gegeben, dass er wegen seiner Opposition gegen Präsident Emomali Rahmon fürchte, ermordet zu werden. Auch sein Wissen über Korruption in hohen Regierungskreisen mache ihn angreifbar. Bei der Parlamentswahl in dem zentralasiatischen Land hat der autoritär regierende Präsident Rachmon erst am Wochenende seine Macht weiter gefestigt. Seine Demokratische Volkspartei erzielte mehr als 65 Prozent der Stimmen.

In seiner Heimat wurde Kuwatow wegen verschiedener Vorwürfe polizeilich gesucht. Die Türkei hatte eine Auslieferung an die ehemalige Sowjetrepublik in Zentralasien abgelehnt. Dem Oppositionellen selbst wurden neben Extremismus auch Wirtschaftsvergehen und Geiselnahmen zur Last gelegt. Vor seinem Exil in der Türkei hatte Kuwatow in den vergangenen Jahren in Russland und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelebt.


bri/wl (Reuters, dpa)