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Wirtschaft

Tablets pflügen IT-Branche um

Die allgegenwärtigen Smartphones und Tablets sind Vorboten eines neuen Alltags. Die Computer-Nutzung verlagert sich vom PC immer mehr auf mobile Geräte. Das hat Folgen, nicht nur für die IT-Branche.

Indian student Sandhaya Nanjani poses with the Akash 46 USD (34 euros) computer tablet after its launch in New Delhi, India (Foto: PRAKASH SINGH/AFP/Getty Images)

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Der Personal Computer ist noch nicht einmal 40 Jahre alt, steckt aber schon mitten in einer Midlife-Crisis. Smartphones und Tablet-Computer laufen dem PC den Rang ab und bringen damit auch Branchenriesen wie Microsoft, Intel, Hewlett & Packard oder Dell in Verlegenheit. Die Folgen dieser neuen Computer-Revolution sind noch nicht absehbar.

Das Jahr 2012 zeigt aber überdeutlich Trends auf, die der IT-Industrie Sorgen bereiten. Die PC-Verkäufe brachen spürbar ein. Die Zahlen der Unternehmen, die bei neuen mobilen Geräten und Geschäftsmodellen nicht so stark sind, gerieten unter Druck.

Bis Ende 2018 werde sich die Zahl der weltweit genutzten Smartphones auf 3,3 Milliarden verdreifachen, prognostizierte jüngst der weltgrößte Telekom-Ausrüster Ericsson. In entwickelten Märkten wie Westeuropa oder Nordamerika dürften dann Computer-Telefone das einfache Handy quasi komplett verdrängen, in Afrika oder Asien soll immerhin jedes dritte Mobiltelefon ein Smartphone sein.

Desktops verschwinden

Dieser Trend wird deutliche Spuren in einer Branche hinterlassen, die bislang vor allem auf den Personal Computer gesetzt hat. Der Absatz von Laptops und Desktop-Computern sinkt hingegen stetig. Zuletzt lag das Minus weltweit bei neun Prozent - in Deutschland brach sogar die Hälfte des Marktes weg. Spätestens zum Jahr 2015 dürften mehr neue Tablets als Laptops und Desktop-Computer verkauft werden, prognostizieren Marktforscher wie Gartner.

Alarm für die Großen der klassischen PC-Branche wie Intel oder Microsoft. Intel dominiert bei Prozessoren für Notebooks oder Tisch-Rechner - aber hat bisher gerade einmal eine Zehenspitze ins Geschäft mit Smartphones und Tablets bekommen. Hier dominiert die stromsparende Technologie des britischen Chipentwicklers ARM, Spitzenreiter wie Apple oder Samsung entwickeln auf dieser Basis zunehmend eigene Prozessoren.

Das alles sind schlechte Nachrichten für den Halbleiter-Primus Intel, bei dem im Mai 2013 mit dem Abgang von Chef Paul Otellini der Weg für einen Generationswechsel frei wird. Bei einer anderen tragenden Säule der PC-Welt, dem Windows-Riesen Microsoft, hält sich hingegen Langzeit-Chef Steve Ballmer noch fest im Sattel, auch weil nahezu alle angeblichen Kronprinzen in den vergangenen Jahren das Unternehmen verließen. Zuletzt ging der einflussreiche Windows-Chef Steven Sinofsky, der den radikalen Umbau des Betriebssystems mit Windows 8 durchgesetzt hatte.

Ein Design für alles

Microsoft will sich mit der neuen Software in die mobile Ära herüberretten: Egal ob auf Smartphone, Tablet oder PC gibt es jetzt eine gemeinsame technische Plattform sowie ein einheitliches Windows-Design mit den großen interaktiven Kacheln. Dass sich manche eingefleischten Windows-Nutzer damit zumindest anfangs unwohl fühlen, nimmt der Konzern angesichts der mobilen Zukunft in Kauf.

Apple-Gründer Steve Jobs hatte schon vor einigen Jahren die "Post-PC-Ära" eingeläutet. Apple fand mit dem iPhone 2007 ein Bedienkonzept, das die Smartphones aus der Nische in den Massenmarkt führte. Das Google-Betriebssystem Android mit seiner breiten Palette an Modellen und auch günstigeren Geräten wurde dann zum ultimativen Rammbock für die mobilen Computer. Im dritten Quartal liefen drei von vier verkauften Smartphones mit Android.

Unterwegs lesen, kaufen, gucken, chatten

Letztlich geht es allerdings nicht nur darum, wer wie viele Geräte verkauft, sondern um die neue Realität, die mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets einhergeht und ganze Branchen umpflügen kann.

Wie wird der Einzelhandel verdauen, dass immer mehr Kunden direkt im Laden den günstigsten Preis prüfen und sich eine Ware bei einem Online-Händler bestellen können? Wie wird sich das Fernsehen mit dem Abfluss der Werbegelder ins Internet verändern? Kann die Buchbranche dem Schicksal der Musikindustrie entgehen, die durch Zögern bei neuen Geschäftsmodellen und Internet-Piraterie dezimiert wurde? Werden mobile Bezahldienste die Tür für neue Geschäftsmodelle öffnen, die bisher nicht möglich waren? Im Jahr 2013 dürften zumindest Konturen der Antworten auf diese Fragen sichtbar werden.

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