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Telekommunikation

T-Mobile US und Sprint gehen nicht zusammen

Aus dieser Hochzeit wird nichts: Die angedachte milliardenschwere Fusion der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint ist vom Tisch. Telekom-Chef Höttges zeigte sich enttäuscht.

Es sei keine Einigung über die Rahmenbedingungen für einen solchen Zusammenschluss erzielt worden, teilten beide Unternehmen nach schwierigen Verhandlungen mit. Einem Zeitungsbericht zufolge gab es Uneinigkeit über die Besitzverhältnisse in einem fusionierten Unternehmen. Demnach wollte Sprint-Großaktionär Softbank der Deutschen Telekom keine Kontrollmehrheit zugestehen.

Verizon und AT&T bleiben vorne

Der neue Konzern hätte 130 Millionen Kunden und einen Umsatz von geschätzt mehr als 70 Milliarden Dollar gehabt. Schon 2014 hatte es einen Anlauf für eine solche Fusion gegeben. Dieser scheiterte aber an den Wettbewerbshütern. T-Mobile US und Sprint sind die Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt und haben einen gemeinsamen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Ein fusionierter Konzern hätte in den USA besser mit den Platzhirschen Verizon und AT&T konkurrieren können.  

"Wir haben immer gesagt, dass - unter geeigneten Bedingungen - ein Zusammenschluss von T-Mobile mit einem anderen Unternehmen Kunden zusätzliche Vorteile und allen Aktionären Wertsteigerungs-Perspektiven bieten kann. Diese Bedingungen waren hier nicht zu erreichen," sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

Noch vergangenes Wochenende hatte Höttges in einem Interview erklärt, dass dem Wettbewerb in den USA ein dritter starker Wettbewerber gut tun würde, statt eines "Duopols aus zwei sehr großen Spielern und dazu zwei kleinere Spieler". Sprint-Chef Marcelo Claure erklärte zum Aus der Fusionsverhandlungen, es sei das Beste für das Unternehmen, alleine weiterzumachen. Es gebe beträchtliche Chancen auf starke branchenübergreifende Partnerschaften. Insidern zufolge soll Sprint auf Betreiben von Softbank in der ersten Jahreshälfte mit dem Kabelnetzbetreiber Charter Communications über einen Zusammenschluss verhandelt haben.

Im dritten Quartal 2017 steigerte T-Mobile US den Umsatz um 7,7 Prozent auf 10,0 Milliarden Dollar. T-Mobile hat mit Milliarden-Investitionen und Tarifsenkungen den US-Markt aufgerollt und damit Verizon und AT&T Kunden abgejagt. Die Tochter ist damit ein wichtiger Wachstumsmotor für den Bonner Mutterkonzern. Die Deutsche Telekom hält 64 Prozent der Anteile von T-Mobile US.

haz/rk (rtr, afp, dpa)