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Mobilfunkmarkt

T-Mobile-US: Sprint-Fusion scheint geplatzt

Sprint-Großaktionär Softbank will die Fusionsgespräche zwischen T-Mobile US und Sprint abbrechen. Eine Zeitung berichtet, Softbank wolle die Kontrolle über Sprint nicht verlieren, T-Mobile will weiter verhandeln.

Die angedachte milliardenschwere Mobilfunk-Hochzeit der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint ist einem Zeitungsbericht zufolge vom Tisch. Es gebe Uneinigkeit über die künftigen Eigentumsverhältnisse und der Sprint-Großaktionär Softbank werde der Telekom daher vielleicht schon am Dienstag einen Abbruch der Verhandlungen vorschlagen, berichtete das japanische Wirtschaftsblatt Nikkei am Montag.

Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters indes, die Verhandlungen seien nicht geplatzt. T-Mobile US wolle die Gespräche vielmehr weiterführen.

Keine neuer "Big Player" auf dem US-Markt?

T-Mobile US und Sprint sind die Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt und haben einen gemeinsamen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Seit Wochen wurde in Medien über Fortschritte bei den Fusionsverhandlungen berichtet.

Der neue Konzern hätte 130 Millionen Kunden und einen Umsatz von geschätzt mehr als 70 Milliarden Dollar. Er könnte in den USA dann besser mit den Platzhirschen Verizon und AT&T konkurrieren.

Angst vor Kontrollverlust

Nikkei zufolge hat die Deutsche Telekom darauf bestanden, eine Kontrollmehrheit an dem fusionierten Unternehmen zu halten. Der Softbank-Verwaltungsrat habe aber am Freitag entschieden, die Kontrolle nicht abgeben zu wollen. Die Softbank-Direktoren würden vielmehr hinterfragen, war für Vorzüge sie bei einer Abgabe der Kontrolle hätten.

Insider sagten Reuters lediglich, das Softbank-Gremium überdenke die Fusions-Überlegungen, da man die Kontrolle über Sprint nicht abgeben wolle. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, Softbank und die anderen Sprint-Anteilseigner würden wohl 40 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, entschieden sei aber noch nichts. Ende September, als Insider über einem nahen Durchbruch berichteten, hatte T-Mobile US einen Börsenwert von 52 und Sprint von 32 Milliarden Dollar.

Aktien von T-Mobile US gaben in Folge des Nikkei-Berichts an den US-Börsen mehr als fünf Prozent nach, Sprint büßten sogar elf Prozent ein. Papiere der Deutschen Telekom verloren im späten Frankfurter Handel 1,3 Prozent.

SoftBank, Sprint und T-Mobile waren für Stellungsnahmen zunächst nicht zu erreichen. Die Deutsche Telekom wollte sich nicht äußern. Schon 2014 hatte es einen Anlauf für eine solche Fusion gegeben. Dieser scheiterte aber an den Wettbewerbshütern.