Türkischer Präsident Erdogan will Griechenland besuchen | Aktuell Europa | DW | 23.11.2017
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Diplomatie

Türkischer Präsident Erdogan will Griechenland besuchen

Es wäre der erste Besuch eines türkischen Staatsoberhaupts in dem Nachbarland seit 65 Jahren: Präsident Erdogan soll in Kürze nach Athen reisen. Das Verhältnis zu den Griechen hatte sich zuletzt etwas entspannt.

Schon "in den kommenden Tagen" wolle Recep Tayyip Erdogan nach Griechenland reisen. Es werde der erste Besuch eines türkischen Staatschefs in dem Nachbarland seit 1952 sein, erklärte Vize-Regierungschef Hakan Cavusoglu laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Zuletzt hatte es mehrere hochrangige Besuche zwischen den beiden Ländern gegeben, deren Verhältnis historisch belastet ist.

Nach griechischen Presseberichten soll die Erdogan-Visite bei den jüngsten Gesprächen der Außenminister Nikos Kotzias und Mevlut Cavusoglu Ende Oktober in Ankara vereinbart worden sein. Der Grieche war damals auch von Erdogan empfangen worden. Dieser hatte in seiner Zeit als Regierungschef von 2003 bis 2014 das Nachbarland besucht, aber nicht seit seiner Wahl zum Staatschef im August 2014.

Kompliziertes Verhältnis

Im Juni war der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in Athen mit seinem griechischen Kollegen Alexis Tsipras zusammengetroffen. Erdogans islamisch-konservative Partei AKP und die linke griechische Regierung mühten sich um ein eher pragmatisches Verhältnis.  

Die Türkei und Griechenland sind zwar beide NATO-Mitglieder, doch gab es über Jahrzehnte immer wieder Konfrontationen, bevor sich die Beziehungen Ende der 90er Jahre entspannten. Vor allem auch die Zypern-Frage hatte das Verhältnis wiederholt belastet. 

Beide Länder kooperieren seit März 2016 im Rahmen des EU-Flüchtlingspakts zur Eindämmung der Migration in der Ägäis. Allerdings hat Athen zum Ärger der Türkei acht türkische Soldaten aufgenommen, die laut türkischen Angaben am Putschversuch von Juli 2016 beteiligt gewesen sein sollen.

SC/qu (afpe)

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