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Fokus Osteuropa

Türkische Währung vom Nullen-Ballast befreit

Die Türkische Lira hat sechs Nullen verloren. Dank des großen Erfolgs bei der Inflationsbekämpfung hat die Türkei ihre Währung zum Jahresanfang umgestellt.

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Neuer 20-Lira-Schein

Mit Beginn des neuen Jahres hat die Türkei erstmals seit Einführung der eigenen Währung TL (Türkische Lira) vor fast 80 Jahren eine umfassende Währungsreform vollzogen. Mit der Einführung der Neuen Türkischen Lira (YTL) wurden sechs Nullen auf den Banknoten gestrichen. Damit wurde aus einer Million wieder eine Lira. Aus der bislang nominell größten Banknote von 20 Millionen Lira, die umgerechnet nur elf Euro wert war, wurden 20 YTL. Mit der Herausgabe neuer Banknoten im Wert von 1, 5, 10, 20, 50 und 100 YTL wurden auch wieder die Münzen eingeführt, die höchstens ein Lira und damit 100 Kurus wert sein werden. Somit kostet ein Euro seit Silvester 1 Lira und 80 Kurus.

Erfolgreicher Kampf gegen die Inflation

Ermöglicht wurde die Aktion, mit der die Türken vom Rechnen in Millionen und Milliarden, Billionen und Billiarden befreit wurden, durch die Senkung der Inflationsrate auf einstellige Werte vor dem Komma nach drei Jahrzehnten. Nach der jüngsten Inflationsstatistik wurde das Ziel sogar übertroffen, die Preissteigerungsrate auf zwölf Prozent zu begrenzen: Offiziellen Statistiken zufolge betrug die Inflationsrate im vergangenen Jahr 9,32 Prozent.

Die größte Sorge ist nunmehr darauf konzentriert, ob die Inflation nicht wieder an Geschwindigkeit gewinnt, weil die Preise durch Aufrunden unbemerkt anziehen könnten. Experten vertreten aber die Auffassung, die türkische Bevölkerung sei nach vielen Jahren davon galoppierender Inflation aufmerksamer geworden. Die Preise in YTL und in Kurus seien auch einfacher zu kontrollieren als Preise in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe.

Die alten Lira-Scheine oder Münzen mit sechs Nullen werden bis Ende 2005 noch im Umlauf sein. Sie behalten bis dahin ihre Gültigkeit und können problemlos gegen neue Banknoten und Münzen umgetauscht werden. Die Tatsache, dass ein Jahr lang alte und neue Lira-Noten gültig sein werden, könnte hier und da für Verwirrung beim Bezahlen sorgen.

Baha Güngör, DW-RADIO/Türkisch, 5.1.2005

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