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Syrien

Türkische Soldaten bei russischem Luftangriff in Nordsyrien getötet

Moskau gibt Versehen zu: Ein russisches Kampfflugzeug hat bei der syrischen Stadt Al-Bab ein Gebäude bombardiert, in dem IS-Terroristen vermutet wurden. Dem Angriff fielen stattdessen drei türkische Soldaten zum Opfer.

Syrien Gefechte um al-Bab (Reuters/K. Ashawi)

Um die syrische Stadt Al-Bab wird seit langem heftig gekämpft (Archivbild)

In Nordsyrien hat die russische Luftwaffe versehentlich türkische Truppen bombardiert und drei Soldaten getötet. Der Luftschlag vom Donnerstag habe der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gegolten, teilten die türkischen Streitkräfte mit. Elf Soldaten seien beim Luftangriff auf ein Gebäude verwundet worden, einer davon schwer. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Tod von drei türkischen Soldaten "als Folge des unabsichtlichen Angriffs eines russischen Flugzeugs".

Der Kreml teilte mit, Präsident Wladimir Putin habe seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan seine Trauer und sein Beileid wegen des tragischen Zwischenfalls ausgedrückt. Beide vereinbarten in dem Telefonat eine bessere Koordination der Militäreinsätze in Syrien und den Ausbau der militärischen Zusammenarbeit gegen den IS und andere extremistische Gruppen.

Heftig umkämpft

Türkische Armeeverbände und mit ihnen verbündete syrische Rebellen belagern ebenso wie Einheiten der syrischen Armee die Stadt Al-Bab, die von der Dschihadistenmiliz IS kontrolliert wird. In den vergangenen Tagen gab es heftige Kämpfe um die Stadt, bei denen bereits zehn türkische Soldaten getötet wurden. Bei ihrer Offensive wird die türkische Armee von der russischen Luftwaffe unterstützt. Mit den Toten des russischen Luftangriffs steigt die Zahl der Todesopfer der türkischen Streitkräfte seit Beginn ihrer Intervention in Nordsyrien Ende August auf 69.

Im Zuge der Kämpfe um Al-Bab brachen derweil südwestlich der Stadt erstmals Gefechte zwischen türkischen Truppen und Kräften der syrischen Regierung aus, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Aus lokalen Rebellenkreisen hieß es, die türkische Artillerie habe Beschuss der Regierungskräfte erwidert.

Im Stich gelassen?

Die Regierung in Ankara hatte den USA vorgeworfen, sie bei der Offensive auf Al-Bab im Stich zu lassen. Sie hatte daher Russland um Unterstützung gebeten. Inzwischen fliegt auch die US-geführte Anti-IS-Koalition Angriffe auf IS-Stellungen bei Al-Bab. Es gibt seit langem Sorgen, dass es zu Zwischenfällen zwischen den verschiedenen Kräften in Syrien kommt. In Syrien gilt seit Ende Dezember eine von den beiden Schutzmächten Russland und Türkei ausgehandelte Waffenruhe, von der der IS und andere extremistische Gruppen aber ausgenommen sind.

Russland fliegt seit September 2015 Luftangriffe zur Unterstützung der Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Im November 2015 wurde ein russisches Flugzeug an der Grenze zur Türkei von den türkischen Streitkräften abgeschossen. Dies führte zu einer Krise zwischen den beiden Ländern, die erst im vergangenen Sommer beendet wurde, als sich Erdogan für den Abschuss entschuldigte und mit Putin aussöhnte.

Spürbare Annäherung

In den vergangenen Monaten näherten sich Ankara und Moskau deutlich an. Obwohl die Türkei in Syrien weiterhin die Rebellen unterstützt, kooperiert sie inzwischen sogar militärisch mit Russland. Zudem vereinbarten sie die Evakuierung der Rebellen aus Aleppo und vermittelten einen Waffenstillstand zwischen der syrischen Regierung und der Opposition. Ankara treibt auch gemeinsam mit Moskau die Bemühungen um Friedensverhandlungen in Syrien voran.

Die türkische Offensive auf Al-Bab ist vor Wochen ins Stocken geraten, weil die Dschihadisten erbitterten Widerstand leisten. Am Mittwoch aber meldete die Regierung in Ankara deutliche Fortschritte. Demnach wurden ein wichtiger Hügel am Rand der Stadt nordöstlich von Aleppo von den Dschihadisten zurückerobert und mehrere Vororte "unter Kontrolle" gebracht. Die IS-Kämpfer in al-Bab sind komplett eingeschlossen, seitdem am Montag die letzte Straße im Süden der Stadt von syrischen Regierungstruppen abgeschnitten wurde.

kle/uh (afp, dpa, rtre, ape)

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