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Aktuell Nahost

Türkische Soldaten aus Syrien evakuiert

Bislang hat sich die Türkei im Konflikt mit der Terrorgruppe "Islamischer Staat" zurückgehalten. Doch nun wurden türkische Soldaten, die das Grabmal von Suleiman Shah in Syrien bewachen, kurzerhand evakuiert.

Die Türkei hat in der Nacht zum Sonntag knapp 600 Elitesoldaten zur Befreiung von Kameraden nach Syrien geschickt. Dort bewachen rund 40 Soldaten das Grabmal von Suleiman Shah, dem Gründer des Osmanischen Reichs. Das Mausoleum liegt auf einer Halbinsel am Euphrat und gilt als türkisches Territorium. Die Soldaten seien von der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) zunehmend bedroht worden und nun in die Türkei zurückgebracht worden, sagte Regierungschef Ahmet Davutoglu in der Hauptstadt Ankara. Für die Militäraktion wurde der südöstlichen Grenzübergang bei Mürsitpinar genutzt.

Grab von Suleiman Shah (Foto: DW)

Das Mausoleum von Suleiman Shah liegt auf einer Halbinsel im Euphrat

Großes Militäraufgebot

Auch rund 40 Panzer und etliche weitere gepanzerte Fahrzeuge seien im Einsatz gewesen, sagte Davutoglu. Dieser sei mit "potenziell erheblichen Risiken" verbunden gewesen, habe aber einen "guten Verlauf" genommen. Der türkische Generalstab teilte mit, ein Soldat sei während des Einsatzes durch einen Unfall ums Leben gekommen. Die Operation sei wegen einer weiteren Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region gestartet worden.

Türkisches Hoheitsgebiet

Die Grabstätte des Großvaters von Osman I., dem Gründer des Osmanischen Reichs, liegt rund 25 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. Die Gegend ist gemäß einem Abkommen aus dem Jahr 1921 türkisches Territorium und wurde von der Gruppe türkischer Soldaten bewacht. Davutoglu sagte, "die Reliquien" aus der Grabstätte seien vorübergehend in die Türkei gebracht worden und sollten in den kommenden Tagen an einem gesicherten Ort in Syrien beigesetzt werden.

Ankara hatte bereits zuvor gewarnt, dass das Mausoleum türkisches Hoheitsgebiet sei und die Armee bei Gefahr eingreifen werde. Die Türkei betonte aber auch, das Grabmal selbst sei von den Dschihadisten nicht besetzt worden. Große Gebiete Nordsyriens stehen seit Monaten unter Kontrolle der IS-Miliz.

Die Regierung in Damaskus hat den türkischen Militäreinsatz scharf verurteilt. Das Eindringen der türkischen Truppen sei eine "offenkundige Aggression", zitierte die Nachrichtenagentur Sana das syrische Außenministerium. Danach sei Syrien zwar vorab über die Aktion informiert worden, ein Einverständnis aus Damaskus habe Ankara jedoch nicht abgewartet. Der Einsatz sei daher ein klarer Verstoß gegen 1921 vereinbarten Regeln zum Umgang mit dem Mausoleum.

Neues IS-Video zeigt gefangene Peschmerga

Die Terrormiliz hat nach einem neuen Video im Irak gefangen genommene kurdische Peschmerga öffentlich in Käfigen vorgeführt. Das Video, das von dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen Site veröffentlicht wurde, zeigt 21 Männer in orangefarbenen Anzügen, darunter 16 kurdische Milizionäre, zwei irakische Offiziere und drei Polizisten.

Von Kurdenvertretern verlautete, die Szenen seien vor einer Woche auf dem größten Markt der Provinz Hawija gedreht worden, der unter Kontrolle des IS steht. Die Milizionäre seien am 31. Januar gefangen genommen worden, als sie eine IS-Offensive gegen die Stadt Kirkuk zurückschlugen.

In dem Video wird nicht direkt mit der Hinrichtung der Gefangenen gedroht. Ein Mann mit weißem Turban ruft aber die Peschmerga auf, ihren Kampf gegen den IS einzustellen, sonst würden sie in Käfigen enden oder unter der Erde landen.

gmf/as/chr (rtr, afp, dpa, ape)