Türkische Aktivisten berichten von Misshandlungen | Aktuell Europa | DW | 14.07.2013
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Aktuell Europa

Türkische Aktivisten berichten von Misshandlungen

Mit Wasserwerfern, Reizgas und Gummigeschossen ging die die türkische Polizei erneut gegen Demonstranten vor. Es gab Verletzte und Festnahmen.

Mehrere tausend Gegner des türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich am Samstagabend im Istanbuler Stadtteil Glatasaray zu einer Kundgebung versammelt. Sie demonstrierten gegen die Festnahme prominenter Aktivisten. Als sich ein Teil der Demonstranten zum Taksim-Platz bewegen wollte, schritt die Polizei mit Tränengas, Wasserwerfern und Plastikgeschossen ein. Es gab mehrere Verletzte und Festnahmen.

Demonstranten bauen Blockaden gegen die Polizei (Foto: AFP)

Blockaden gegen die Polizei

Auch im südostanatolischen Hatay und in der Hauptstadt Ankara lösten Sicherheitskräfte Kundgebungen auf, indem sie Wasserwerfer und Reizgas einsetzten. Im Internet riefen Blogger dazu auf, Ärzte zum Kugulupark in Ankara zu schicken. Allein dort sollen etwa 100 Demonstranten verletzt worden sein.

Demonstranten rufen Slogans gegen die Polizei (Foto: REUTERS)

Istanbuls Jugend lässt sich nicht einschüchtern

Misshandlungen durch die Polizei

Festgenommene Aktivisten berichteten nach ihrer Freilassung von Misshandlungen durch die Polizei. Die Präsidentin der Istanbuler Architektenkammer, Mücella Yapici, hatte am Freitag auf einer Pressekonferenz erklärt, sie habe sich in Untersuchungshaft einer demütigenden Leibesvisitation unterziehen müssen. Zudem habe die Polizei der Diabetikerin erst nach Stunden ihre lebenswichtigen Medikamente zurückgegeben.

Seit Wochen ist der Taksim-Platz das Zentrum der Proteste gegen die konservativ-islamische Regierung Erdogans. Auslöser war ein Stadtentwicklungsprojekt auf dem Gelämde des Geziparks. Der Ministerpräsident versucht mit Gewalt die landesweiten Demonstrationen in den Griff zu bekommen.

nem/re (dpa, rtr, afp)