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Aktuell Europa

Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul offiziell eröffnet

Sie gilt als "Leuchtturmprojekt" der türkisch-deutschen Hochschulkooperation: die neue TDU. Im vorigen Jahr startete bereits der Lehrbetrieb. Jetzt fand die feierliche Eröffnung durch die Präsidenten beider Länder statt.

Zum Auftakt der Feierstunde an der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) im Istanbuler Stadtteil Beykoz hat Bundespräsident Joachim Gauck die Hochschule als ein neues Kapitel in den Wissenschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern gerühmt. Sie sei "ein Forum für Dialog und für den Austausch von Wissen und Ideen", sagte Gauck in Anwesenheit des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül (s. Artikelbild) und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Die Uni liege an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien. "Sie ist ein Ort interkultureller Begegnung, der besonders dafür prädestiniert ist, junge Menschen aus der Türkei und aus Deutschland zusammenzuführen."

2008 hatten beide Länder den Aufbau einer gemeinsamen Universität mit Deutsch als Unterrichtssprache vereinbart. Anlaufschwierigkeiten verzögerten das Projekt. Im Oktober 2010 erfolgte die Grundsteinlegung. Die TDU ist eine staatliche Einrichtung, die der türkischen Hochschulgesetzgebung unterliegt. Die Türkei ist somit für die Verwaltung und Deutschland für die akademischen Aspekte verantwortlich.

Präsident Gül (l.), Bildungsministerin Wanka und Präsident Gauck (2. v.r.) betrachten das Modell der Uni (Foto: rtr)

Haben hohe Erwartungen an das Uni-Projekt: Präsident Gül (l.), Bildungsministerin Wanka und Präsident Gauck (2. v.r.)

Im September 2013 startete dann der Lehrbetrieb. Derzeit werden 124 Studenten unterrichtet. Mittelfristig sollen etwa 5000 Hochschüler in Istanbul lernen. Die Universität umfasst fünf Fakultäten: Rechts- und Naturwissenschaften, Wirtschafts-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften. Angeboten werden die Abschlüsse Bachelor, Master und PhD.

Video ansehen 02:23

Thomas Seibert in Istanbul

Erdogan weist Gauck-Kritik zurück

In Gesprächen mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und anderen türkischen Politikern hatte der Bundespräsident am Montag vor Gefahren für die Demokratie durch Einschränkungen von Meinungs- und Pressefreiheit sowie Eingriffe in die Gewaltenteilung gewarnt.

Jetzt warf Erdogan dem Gast aus Berlin vor, sich mit seiner Kritik in die inneren Angelegenheiten der Türkei eingemischt zu haben. "Das nehmen wir nicht hin", unterstrich der Regierungschef. Gaucks Verhalten sei "einem Staatsmann nicht angemessen" gewesen, meinte Erdogan weiter in einer live vom Staatsfernsehen übertragenen Rede vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP in Ankara. Und er schob noch nach: "Der deutsche Präsident sieht sich immer noch als Pfarrer, er war ja mal einer."

se/SC (afp, dpa, bmbf)

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