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Kultur

Türken leben gern in Berlin

Arbeitslosigkeit, Sprachprobleme und nicht selten Ärger mit den Nachbarn - so sieht für viele Türken das Leben in Berlin aus. Trotzdem fühlen sich die meisten hier wohl, ergab eine Befragung der Ausländerbeauftragten.

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Am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg

Die Mehrheit der türkischen Berlinerinnen und Berliner fühlt sich wohl, ja sehr wohl in der Stadt: von den über tausend Befragten, sagten dies über 80 Prozent. Ein erfreuliches Ergebnis für die Ausländerbeauftragte des Senats, Barbara John, die sich auf diese Weise alljährlich über die Lebenssituation ausländischer Mitbürger informiert. Denn Integration heißt ihr Ziel, das nicht leicht zu erreichen ist, weil in der Spree-Metropole die Arbeitslosigkeit unter den rund 125.000 in Berlin lebenden türkischen Mitbürgern sehr hoch ist. "Der mangelnde Zugang zum Arbeitsmarkt und die schlechten Deutschkenntnisse werden beide von der Gruppe selbst als die hartnäckigsten Integrationshemmnisse herausgestellt," hat Barbara John festgestellt.

Für Bildung muss mehr getan werden

Keine Überraschung für die Ausländerbeauftragte daher, daß sich in der Umfrage ein überwältigend hoher Anteil für verpflichtende Sprachkurse ausgesprochen hat. Doch auch mangelnde schulische und berufliche Ausbildung sind vielfach schuld daran, daß türkische Mitbürger keinen Job finden. Daß ein Hauptschulabschluss heute vielfach nicht mehr ausreiche sei dabei vielen klar. "Hier wird die Einsicht geäußert, daß man heute mindestens, um erfolgreich zu sein, eine mittlere Reife haben muß, also einen höherwertigen Abschluß." Das bedeutet für John auch, daß mehr für die Bildung getan werden muß.

Bei dieser Umfrage konnte auch ein beliebtes Vorurteil ausgeräumt werden, nämlich, dass "die Türken" bei Mädchen eine gute Ausbildung für weniger wichtig halten. "Ein klares und sehr deutliches Bekenntnis zur Gleichberechtigung in der Berufsausbildung! Dass die Realität hinterher hinkt zwischen dem Lippenbekenntnis und den tatsächlichen Verhältnissen, das ist nichts Neues!"

Miteinander reden soll Misstrauen abbauen

Seit den Terroranschlägen in den USA wird das Thema Islam und Gewalt auch unter den türkischen Berlinerinnen und Berlinern diskutiert. Über die Hälfte der Befragten ist davon überzeugt, dass in der Bevölkerung sehr wohl zwischen friedlichen Muslimen und Terroristen unterschieden wird. Ein sehr großer Teil setzt aber darauf, mehr miteinander zu reden, um gegenseitiges Misstrauen abzubauen.

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  • Datum 25.01.2002
  • Autorin/Autor Monika Lohmüller/(pg)
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1jhz
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