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Aktuell Nahost

Türkei zieht weiter Truppen aus dem Irak ab

Mindestens 150 türkische Soldaten und 20 Panzer in der Region Mossul waren der Auslöser diplomatischer Spannungen zwischen Ankara und Bagdad. Die will das türkische Außenministerium nun ausräumen.

"Aus Rücksichtnahme auf die Bedenken der irakischen Seite" werde die Türkei den begonnenen Prozess zum Abzug ihrer Soldaten aus der nordirakischen Provinz Mossul fortsetzen, kündigte das Außenministerium in Ankara an. Es habe sich um eine "Fehlkommunikation" über die Stationierung der Truppen gehandelt.

Mit der Ankündigung reagiert die türkische Regierung auf eine entsprechende Aufforderung von US-Präsident Barack Obama. In einem Telefonat mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat er "zusätzliche Schritte" verlangt, um die Spannungen mit der irakischen Regierung zu entschärfen. Ankara müsse "die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak" respektieren.

Gegenseitige Vorwürfe

Am vergangenen Montag hatte die türkische Regierung bereits begonnen, einen Teil der etwa 150 türkischen Soldaten und mindestens 20 Panzern aus Mossul abzuziehen. Mit der Stationierung hatte Ankara Anfang des Monats Bagdad verärgert. Denn die Regierungen im Irak und der Türkei sind sich uneinig, zu welchem Zweck die Truppen dort stationiert wurden - und ob dies im gegenseitigen Einvernehmen geschehen ist.

Die türkische Darstellung lautet: Die Soldaten schützten türkische Ausbilder, die im Irak Peschmerga und sunnitische Milizen im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) trainieren. Die Regierung in Ankara beharrte zuletzt darauf, dass die Soldaten mit Einverständnis Bagdads dort eingesetzt sind. Die irakische Regierung dementierte wiederholt, sich mit der Truppenpräsenz einverstanden erklärt zu haben und wirft der Türkei einen "Bruch der Souveränität" vor.

nin/rb (afp, dpae, rtr)