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Afrika

Türkei will Gaddafi bei Gang ins Exil helfen

Die Türkei hat dem libyschen Machthaber Gaddafi Unterstützung bei Machtverzicht und Ausreise ins Exil angeboten. Gaddafi habe keine andere Wahl, als das Land zu verlassen, sagte Regierungschef Erdogan.

Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi (Foto: pa/Panapress)

Gaddafi will lieber sterben als sich zu ergeben

Die Türkei habe dem libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi die "Garantie" gegeben, ihm dabei behilflich zu sein, an den Aufenthaltsort seiner Wahl zu kommen, erklärte der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan am Freitagabend (10.06.2011) im türkischen Fernsehen. Gaddafi habe allerdings bislang nicht auf das Angebot geantwortet. Als NATO-Mitglied würde die Türkei mit ihren westlichen Alliierten über die von Gaddafi gewünschte Exil-Lösung verhandeln.

Um welche Garantien es sich genau bei dem Angebot handelt, sagte Erdogan nicht. Vor Beginn des Libyen-Konflikts war die Türkei ein enger Verbündeter Gaddafis. Doch seit Beginn der Proteste und der Gewalt gegen Aufständische hat sich Erdogan von Gaddafi distanziert und ihn wiederholt zum Rücktritt aufgefordert. Gaddafi hatte zuletzt erklärt, er wolle lieber als Märtyrer sterben, als sich zu ergeben.

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan (Foto: dapd/AP)

Erdogan bietet Gaddafi "Garantie" bei Machtverzicht und Ausreise

Der türkische Regierungschef warf dem libyschen Machthaber vor, auf Zeit zu spielen. "Ich habe ihn sechs oder sieben Mal kontaktiert. Wir haben unseren Sondergesandten zu ihm geschickt, doch sahen wir uns immer wieder mit Verzögerungstaktiken konfrontiert", sagte Erdogan. So habe die Führung in Tripolis zunächst einen Waffenstillstand gefordert, kurz darauf hätten Gaddafis Truppen aber erneut die Hochburgen der Aufständischen bombardiert.

Angeblicher Gaddafi-Brief an US-Kongress

Gaddafi hat unterdessen angeblich einen Brief an den US-Kongress geschrieben, in dem er offenbar seine Bereitschaft bekundet, über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Die Echtheit des Schreibens werde noch geprüft, zitierten US-Medien Kongresskreise. Aus dem US-Außenministerium hieß es, man habe von dem Brief gehört, ihn aber bisher nicht gesehen.

Nach Medienberichten bedankt sich der Absender des Briefes darin für eine kürzliche Resolution, in der Präsident Barack Obama wegen der Rolle der USA beim NATO-Einsatz in Libyen ohne Genehmingung vom US-Kongress kritisiert worden war. Ein Sprecher von John Boehner, dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, sprach von einem "wirren" Schreiben. "Wenn dieser inkohärente Brief echt ist, bestärkt er nur darin, dass Gaddafi gehen muss."

Der libysche Machthaber hatte in der Vergangenheit auch mehrfach Briefe an Präsident Obama geschrieben, zuletzt im April nach Beginn des US-Militäreinsatzes.

NATO bombadiert wieder Tripolis

Feuer nach einem NATO-Luftangriff auf Tripolis (Foto: pa/dpa)

Die NATO nimmt Tripolis immer stärker unter Beschuss

Die NATO setzte ihre Angriffe auf Ziele in der Hauptstadt Tripolis fort. Das libysche Staatsfernsehen berichtete, Kampfflugzeuge hätten am Freitag Ziele im Südosten der libyschen Hauptstadt ins Visier genommen.

Die NATO fliegt seit Anfang der Woche die schwersten Luftangriffe seit Beginn des internationalen Militäreinsatzes am 19. März.

Auch die Truppen Gaddafis setzten ihre Angriffe rund um die Rebellenhochburg Misrata fort. Nach Angaben von Ärzten wurden bei schweren Gefechten in der umkämpften Ortschaft al-Definija bei Misrata 30 Menschen getötet und über 110 verletzt.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, rtr, afp, dapd)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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