1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Welt

Türkei verlässlicher Partner des Westens

Bei der Berliner Sicherheitskonferenz präsentiert sich die Türkei als fester Partner der westlichen Welt - Zweifel an der Haltung des Landes sollen nicht aufkommen. Auch die NATO-Partner äußern sich nicht kritisch.

"Der 'Islamische Staat' gehört zu den größten Gefahren, die den Nahen Osten und Europa in den vergangenen Jahren bedroht haben." Diesen Satz würden wohl die meisten Vertreter westlicher Regierungen unterschreiben. Ausgesprochen hat ihn Hüsseyin Karslioğlu in seinem Grußwort zur Berliner Sicherheitskonferenz. Karslioğlu ist Botschafter der Türkei in Deutschland. Schon von Berufs wegen macht ihn das zum Sprachrohr der türkischen Regierung hierzulande. Nicht immer ein leichter Job: Politisch kritisiert wird in Deutschland die - scheinbar - unentschiedene Rolle der Türkei im Kampf gegen den "Islamischen Staat", ihr Taktieren gegenüber den Kurden, das autokratische Verhalten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Gerade in den vergangenen Monaten gab es oft Zweifel, ob die türkische Regierung loyal zu ihren westlichen Verbündeten steht.

NATO-Mitstreiter der ersten Stunde

Dieses Jahr war die Türkei Partnerland bei der Berliner Sicherheitskonferenz (BSC). Die Konferenz findet jedes Jahr statt und ist eine Lobbyveranstaltung für Militärs und Rüstungsunternehmen aus westlichen Ländern. Lockhead Martin und Airbus gehören zu den Hauptsponsoren. Männer und Frauen in Uniform und militärisch korrekte Haarschnitte prägen das Bild. Wenig scheint hier dem Zufall überlassen. Auch nicht die Wahl des Partnerlandes: Mag in der politischen Debatte die Türkei oftmals als Außenseiter betrachtet werden: In der Welt der Militärs ist sie fester Bestandteil des westlichen Bündnissystems. Das ist auch der Tenor der Konferenz.

NATO Patriot Einsatz Türkei Deutschland Sicherheitsbündiss (Foto: picture alliance/dpa)

Bündnistreue: Bundeswehreinsatz in der Türkei

Die Türkei gehört seit 1952 der North Atlantic Treaty Organization (NATO) an. Damit zählt sie zu den ersten Mitgliedern. Deutschland trat dem Bündnis erst drei Jahre später bei. Mit knapp 720.000 Soldaten stellt die Türkei nach den Vereinigten Staaten den zweitgrößten Truppenanteil innerhalb der NATO. Türkische Waffengänge an der Seite westlicher Verbündeter reichen zurück bis in den Koreakrieg in den fünfziger Jahren. Heutzutage ist die Türkei als Partnerland der Militärmission der Europäischen Union der zweitgrößte Truppensteller in Bosnien. Türkische Soldaten kämpften an der Seite der US-geführten Allianz in Afghanistan und im Irak und das Land ist an westlichen Militärmissionen in Afrika beteiligt.

Orientierung auf Europa

Anfang Oktober diesen Jahres hat das türkische Militär ein Eingreifen türkischer Truppen im Irak und in Syrien gebilligt. Das Land ist das einzige NATO-Mitglied, das direkt an die von IS-Milizen eroberten Gebiete grenzt. Die Bedrohung ist entsprechend groß, die Situation in der Türkei seit Monaten angespannt. Türkische Panzer stehen schussbereit in Sichtweite der umkämpften kurdischen Stadt Kobane auf der syrischen Seite der Grenze. Auf der BSC war es den türkischen Vertretern wichtig, die Rolle des Landes im Kampf gegen den "Islamischen Staat" herauszustellen.

EU Türkei Flagge (Foto: picture alliance/dpa)

Außenpolitisch klar: Die Türkei will in die EU

Bisher hat die Türkei fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen und dabei über vier Milliarden US-Dollar ausgegeben. Zum Vergleich: In der EU fanden bisher nur 130.000 Flüchtlinge Unterschlupf. Trotz politischer Unkenrufe, dass sich das Land vom Westen entferne, habe das Jahr 2014 eines ganz klar gezeigt: Bei etlichen der weltweiten Konflikte stehe die Türkei fest an der Seite seiner westlichen Partner, so Hüsseyin Karslioğlu. Denn nicht nur militärisch orientiert sich das Land weiter in Richtung Westen. Eines sei klar, so der türkische Botschafter: Als außenpolitische Maxime gelte weiterhin eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union.

Die Redaktion empfiehlt