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Diplomatie

Türkei verärgert die USA mit Veröffentlichung von Syrien-Stützpunkten

Die USA haben die Türkei für die Veröffentlichung von Informationen über die Stützpunkte von US-Soldaten in Syrien kritisiert. Washington fürchtet, dass diese nun zum Ziel von Angriffen werden könnten.

Amerikanische Spezialkräfte Ende Mai in der syrischen Provinz Rakka (Getty Images/AFP/D. Souleiman)

Amerikanische Spezialkräfte Ende Mai in der syrischen Provinz Rakka

Mit Verärgerung hat die US-Regierung auf die Veröffentlichung interner Angaben zu ihrem Syrien-Einsatz in Staatsmedien des NATO-Partners Türkei reagiert. Die Weitergabe "sensibler militärischer Informationen" setze die internationalen Truppen in Syrien einem "unnötigen Risiko" aus und gefährde den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz IS, sagte Pentagon-Sprecher Adrian Rankine-Galloway in Washington. Die USA hätten der türkischen Regierung ihre Besorgnis übermittelt.

Die USA könnten zwar nicht klären, wer der Hinweisgeber für den entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu gewesen sei, sagte Eric Pahon, ein weiterer Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Aber wir wären sehr besorgt, wenn Vertreter eines NATO-Verbündeten unsere Soldaten gezielt in Gefahr bringen würden, indem sie sensible Informationen veröffentlichen würden."

Der türkische Präsident Erdogan (l.) Mitte Mai bei US-Präsident Trump (Reuters/K.Lamarque)

Der türkische Präsident Erdogan (l.) Mitte Mai bei US-Präsident Trump

Anadolu hatte am Dienstag die Stützpunkte von zehn US-Militärposten in Nordsyrien genannt - zwei Flugfelder und acht militärische Außenposten. In einigen Fällen wurde auch die genaue Zahl der dort stationierten Soldaten aus den USA und Frankreich genannt. Pahon sagte, die Veröffentlichung setze die Koalitionskräfte unnötigen Risiken aus und könne dazu führen, dass die Einsätze zur Niederschlagung der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) gestört würden.

Kämpfer der kurdischen YPG in der IS-Hochburg Rakka (Reuters/G. Tomasevic)

Kämpfer der kurdischen YPG in der IS-Hochburg Rakka

Die USA liegen mit dem NATO-Partner Türkei seit langem im Streit. So unterstützt US-Präsident Donald Trump die im Kampf gegen den IS verbündete syrische Kurdenmiliz YPG - zumindest bislang -auch mit Waffen. Die Türkei dagegen betrachtet die YPG als verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die sie bekämpft.

Zudem weigern sich die USA, den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen auszuliefern, den der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan als Drahtzieher des Putschversuchs Mitte 2016 sieht. Die Türkei ist außerdem verärgert, weil die USA Haftbefehle gegen mehrere türkische Personenschützer ausgestellt haben. Sie werden beschuldigt, bei Erdogans USA-Besuch Mitte Mai gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen zu sein.

stu/sti (afp, rtr)

 

 

 

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