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Aktuell Nahost

Türkei schießt wieder zurück

Das Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei kommt nicht zur Ruhe. Das türkische Militär erwiderte einen erneuten Granatenbeschuss aus Syrien. Dort eroberten Rebellen einen Vorposten der syrischen Armee.

Türkische Militärstation an der Grenze zu Syrien, (Foto:AP/dapd)

Syrien Türkei Konflikt

In der türkischen Grenzstadt Akcakale war am Sonntag erneut eine syrische Granate eingeschlagen. Wenig später erwiderte das Militär das Feuer mit Mörserschüssen, wie der Bürgermeister von Akcakale bestätigte. Es war der fünfte Tag in Folge, an dem das Nato-Mitglied Türkei Feuer aus Syrien erwiderte.

Die Lage hatte sich dramatisch zugespitzt, als am Mittwoch in Akcakale fünf Türken durch Beschuss aus Syrien ums Leben gekommen waren. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die Türkei wolle keinen Krieg. Doch wer die Reaktionsfähigkeit und Entschlossenheit seines Landes testen wolle, begehe einen tödlichen Fehler. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einer extrem ernsten Situation. Auch die USA zeigten sich zunehmend besorgt.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien galten lange Zeit als eng und freundschaftlich. Inzwischen ist Erdogan aber einer der schärfsten Kritiker des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

Kein Schweigen der Waffen in Sicht

Ein Ende der Kämpfe ist nicht erkennbar. Am Sonntag konnten Rebellen einen Ort an der Grenze zur Türkei einnehmen und Regierungstruppen von dort vertreiben. In der Millionenstadt Aleppo setzte die Armee ihre Offensive gegen die Aufständischen fort. Es soll wieder mehrere Tote gegeben haben.

Syrisches Kind, Flüchtlingslager in Jordanien, REUTERS/Muhammad Hamed (JORDAN - Tags: EDUCATION POLITICS CIVIL UNREST)

Für viele Syrer ist ein Flüchtlingslager die letzte Hoffnung - hier ein Camp in Jordanien

Der Konflikt in Syrien dauert inzwischen seit fast 19 Monaten an und die Flüchtlingsströme wachsen. Die Türkei nahm an der Grenze zum Bürgerkriegsland deshalb ein weiteres Flüchtlingslager in Betrieb. Das Lager bei Akcakale sei das insgesamt fünfte, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Katastrophenschutz.

Am Ende der Aufnahmekapazität

Die Türkei hat seit Beginn der Aufstände im Nachbarland bereits mehr als 93.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die Regierung in Ankara hat mehrfach betont, dass mehr als 100.000 Menschen nicht zu versorgen seien. Auch andere Länder wie etwa Jordanien sind inzwischen an die Grenzen ihrer Aufnahmekapazitäten gelangt.

haz/jh (dpa, rtr, afp)

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