Türkei schaltet kritischen TV-Sender ab | Aktuell Europa | DW | 26.02.2016
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Aktuell Europa

Türkei schaltet kritischen TV-Sender ab

Gerade erst hatten die türkischen Behörden zwei prominente Journalisten aus der Haft entlassen. Doch als diese ein Live-Interview zum Thema Pressefreiheit gaben, war der Sender plötzlich nicht mehr zu empfangen.

Interview mit den Journalisten Dündar (rechts) und Gül (Foto: picture-alliance/AP Photo/C. Erok)

Rotes Tuch für die Regierung: Kritische Interview-Aussagen der Journalisten Dündar (rechts) und Gül

Die türkischen Behörden haben die Ausstrahlung des regierungskritischen Fernsehsenders IMC TV gestoppt, während eine aus ihrer Sicht unangenehme Sendung lief. "IMC kann nur noch über das Internet empfangen werden, nicht mehr im Fernsehen", sagte Programmdirektor Eyüp Burc. Es handele sich klar um eine "politische Entscheidung".

Wie IMC weiter berichtet, hat der Satelliten- und Kabelanbieter Türksat den Sender auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Ankara aus dem Programm genommen. Türksat habe keine offizielle Begründung geliefert.

Reizthema on air

Die Ausstrahlung wurde beendet, als gerade ein Live-Interview zum Thema Pressefreiheit mit dem Chefredakteur und dem Hauptstadt-Büroleiter der Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar und Erdem Gül, über den Sender ging. Beide Journalisten waren in der Nacht zum Freitag nach mehrmonatiger Untersuchungshaft freigekommen. Sie werden unter anderem beschuldigt, Staatsgeheimnisse verbreitet zu haben, weil ihre Zeitung über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten berichtet hatte. Der Prozess steht noch aus.

jj/ml (dpa, rtr)

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