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Aktuell Europa

Türkei: Militäreinsatz in Silopi fast beendet

Staatschef Erdogan hatte gedroht, die PKK "bis zum Ende" zu bekämpfen. Regierungschef Davutoglu verkündete nun den "erfolgreichen" Abschluss der Offensive in einer der Städte. Einen Rückzug gebe es aber nicht.

Die seit Wochen geltende Ausgangssperre in Silopi wurde am Dienstag erstmals gelockert, alle Barrikaden seien entfernt, alle Schützengräben zugeschüttet worden, berichtete der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem Besuch in London vor der Presse. Der Militäreinsatz in der südosttürkischen Stadt nahe der Grenze zum Irak sei "weitgehend" beendet. Doch auch nach dem Einsatz solle durch schärfere Kontrollen in der Region für Sicherheit gesorgt werden.

Das Ziel sei der Aufbau einer öffentlichen Ordnung, in der keine illegalen Organisationen mehr die Kontrolle von Straßenzügen übernehmen könnten, wird Davutoglu von der Tageszeitung "Yeni Safak" zitiert. Anders als bei früheren Offensiven gebe es keinen unmittelbaren Rückzug. Denn: Die Region werde bald "blitzsauber" sein.

Anhaltende Gefechte wurden am Dienstag aus der Provinz Sirnak, aus Cizre an der Grenze zum Irak und aus der Kurdenmetropole Diyarbakir gemeldet. In Sirnak habe die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK ein Polizeiauto mit Raketen beschossen und zwei Polizisten getötet, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.

Im Südosten der Türkei gehen türkische Sicherheitskräfte gegen die PKK und deren verbündete Gruppierungen - vor allem die Jugendorganisation YDG-H vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei seiner Neujahrsansprache bekräftigt, die PKK werde "bis zum Ende" bekämpft. "Unsere Sicherheitskräfte säubern sowohl die Berge, als auch die Städte Meter um Meter von den Terroristen und sie werden mit der Säuberung weitermachen", drohte er unverhohlen. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen hatten sich unter anderem auf Silopi, Cizre und das Viertel Sur in Diyarbakir konzentriert.

Polizei und Armee hatten im Dezember einen weiteren Großeinsatz gegen Kämpfer der PKK gestartet. Dabei wurden laut Streitkräften mehr als 500 Rebellen getötet, allein 136 in Silopi. Nach Angaben der prokurdischen Partei HDP kamen zudem rund 100 Zivilisten ums Leben.

Ein vor zwei Jahren vereinbarter Waffenstillstand zwischen der Regierung und der PKK war im Juli zerbrochen. Die von der EU und den USA als terroristische Organisation eingestufte PKK kämpft seit drei Jahrzehnten mit Gewalt für Autonomie.

SC/djo (APE, rtre, dpa)