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Aktuell Welt

Türkei: Kurden-Offensive trägt syrische Handschrift

Kurdische Rebellen haben im Südosten der Türkei eine Ölpipeline gesprengt. Sie sollen bei ihren Vorstößen von Hilfe aus Damaskus profitieren. Die türkische Regierung befürchtet nun eine neue Runde im Kurden-Konflikt.

Rebellen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK haben nahe der türkischen Stadt Midyat eine Ölpipeline in die Luft gejagt. Eine weitere Leitung soll beschädigt sein. Dies geht aus Berichten türkischer Quellen und kurdischer Internet-Nachrichtendienste hervor. Die Pipeline transportiert Öl aus Kirkuk im Norden des Iraks zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von militärischen Zwischenfällen ein, bei denen allein in den vergangen Tagen mindestens 23 Menschen getötet wurden. Die türkische Regierung befürchtet eine erneute Eskalation des Konfliktes mit der kurdischen Mehrheit im Südosten des Landes.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan machte "feindliche Staaten“ verantwortlich. Er beschuldigt das syrische Regime von Diktator Baschar al-Assad den syrischen Kurden geholfen haben. Diese nutzten das durch den Bürgerkrieg entstehende Machtvakuum zu ihren Zwecken. Das Blutvergießen in Syrien bekäme somit einen Nebenkriegsschauplatz.

Das Militär steht auf Abruf

Die Regierung Ankara befürchtet, die Kurden würden nach dem Sturz Assads auch in Syrien einen autonomen Staat anstreben. Dem würden sich auch die in der Türkei lebenden Kurden anschließen. So schickte der türkische Regierungschef seinen Außenminister Ahmed Davutoglu in ein kurdisches Autonomiegebiet im Nordirak, in dem auch die PKK wichtige Lager unterhält. Davutoglu und der Präsident des Autonomiegebietes, Massud Barsani, sprachen von einer "gemeinsamen Bedrohung", sollte es zu bewaffneten Vorstößen kommen, um aus dem Machtvakuum in Syrien territoriale Gewinne zu erzielen.

In einer Fernsehansprache sagte Erdogan: "Das ist wie Güter aus einem brennenden Haus stehlen.“ Sollte die PKK sich im Norden Syriens organisieren und für die Türkei zur Gefahr werden, schließe man einen grenzüberschreitenden Militärschlag nicht aus, warnte der Ministerpräsident. "Wir haben drei Brigaden an der Grenze, die dort Manöver machen. Wenn da jemand eine falsche Bewegung macht, werden wir nicht tatenlos bleiben." Die Militärübungen der Türkei im Grenzgebiet zu Syrien könnten damit zum Ernstfall werden.

lg/sc (afp, APE, dpa)

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