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Aktuell Nahost

Türkei: Kein Einsatz von Bodentruppen in Syrien geplant

Ohne die Beteiligung der internationalen Koalition will die Türkei keine Bodentruppen nach Syrien schicken. Derweil steigen die Opferzahlen nach den Anschlägen in Homs und Damaskus.

An dem Einsatz von Bodentruppen in syrischem Gebiet müssten sich alle Länder der internationalen Koalition beteiligen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. Das größte Hindernis für einen Waffenstillstand in Syrien seien die Luftangriffe Russlands.

Erst am Wochenende waren die Hoffnungen auf eine Feuerpause gewachsen. US-Außenminister John Kerry sagte nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, beide Länder hätten sich grundsätzlich auf die Bedingungen dafür geeinigt. In dem Bürgerkriegsland erklärten sich Opposition und Regierung bereit, die Kämpfe unter bestimmten Voraussetzungen einzustellen.

Mevlut Cavusoglu, EU-Minister der Türkei (Foto: ADEM ALTAN/AFP/Getty Images)

Çavuşoğlu: "Türkei stellt nicht allein mit Saudi-Arabien und Katar Bodentruppen"

Bodentruppen aus Saudi-Arabien und Katar

Çavuşoğlu sagte, die Opposition käme am Dienstag zu Beratungen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad zusammen. Bereits vor gut einer Woche hatte der türkische Außenminister betont, dass die Türkei nicht allein mit Saudi-Arabien und Katar Truppen für einen Bodeneinsatz stellen würde.

Die Türkei, Saudi-Arabien und der Westen unterstützen in Syrien Rebellen, während Russland und der Iran Verbündete von Staatschef Baschar al-Assad sind. Bereits seit Wochen wird um einen Waffenstillstand gerungen, unter anderem um der Bevölkerung helfen zu können. Eine Vereinigung der größeren Oppositionsgruppen kam bereits zu ersten Gesprächen in Riads zusammen, während Washington und Moskau über neue Friedenpläne berieten. Diese Arbeitsgruppe besteht seit einer annähernden Einigung in Genf, bestätigt Monzer Makhous. Er ist Repräsentant des Oppositionsbündnisses "Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte" (HNC).

Opferzahl steigt nach Anschlägen

Nach zwei der blutigsten Terroranschläge seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs am Sonntag ist die Zahl der Opfer auf 184 gestiegen. Am südlichen Stadtrand der Hauptstadt Damaskus kamen 120 Menschen ums Leben. Das meldete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dort waren vier Bomben explodiert. In der Stadt Homs starben demnach 64 Menschen, als in einem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil zwei Autobomben hochgingen. Zu den Attentaten bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Das Zentrum von Homs ist durch den Bombenanschlag verwüstet. (Foto: Stringer/AFP/Getty Images)

Aufräumarbeiten nach den Anschlägen in Homs

Diese Anschläge würden die Friedensbemühungen in Syrien schwächen, teilte das russische Außenministerium in einem Statement mit. Durch die grausamen Taten der Extremisten solle die friedliche Bevölkerung verängstigt werden. Extremisten wollten auf diese Weise Versuche einer dauerhaften politischen Lösung des Syrien-Konflikts im Interesse aller Syrer untergraben, durch die die Gewalt und das Blutvergießen gestoppt werden könne. Auch forderte Russland eine angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft als Antwort auf die Anschläge.

Aleppo von der Versorgung abgeschnitten

Die Gewalt in Syrien hält an. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, werden Versorgungsrouten, die nach Aleppo führen, durch Kämpfe zwischen IS-Extremisten und Regierungstruppen abgeschnitten. Sie zählt zu einer der wichtigsten Verbindungen, die durch Regierungstruppen gesichert war. Sollten die Sicherheitskräfte diesen Weg verlieren, könnte sich das auf die geplante Offensive zur Rückeroberung der Stadt Aleppo durch das Assad-Regimes auswirken und die Versorgung von Zivilisten weiter verschlechtern.

pab/as (afpe, dpa, rtre)

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