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Massenvernichtungswaffen in Syrien

Türkei: IS setzt Giftgas in Syrien ein

Bei einem Chemiewaffen-Angriff der Terrormiliz "Islamischer Staat" sind im Norden Syriens 22 protürkische Rebellen verletzt worden. Die Attacke erfolgte laut türkischen Militärs östlich der Stadt Al-Rai.

Die verletzten Rebellen wurden nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in ein Krankenhaus in die Grenzstadt Kilis gebracht. An Augen und am Körper der 22 Verletzten seien eindeutig Anzeichen eines Giftgas-Angriffes auszumachen, hieß es weiter. Der IS-Angriff ereignete sich demnach in der Nähe des Dorfes Chalilija östlich von Al-Rai im Norden Syriens.

Im Syrien-Krieg setzten die Konfliktparteien bereits mehrfach Massenvernichtungswaffen ein, nachweislich auch Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. In den vergangenen Wochen warf Russland der Opposition in Syrien mehrfach vor, Giftgasgranaten zu verwenden.

Türkische Soldaten rücken auf Al-Bab vor

Die türkische Armee war Ende August mit von ihr unterstützten Rebellen erstmals auf nordsyrisches Territorium vorgedrungen. Die Truppen brachten einen Grenzstreifen unter ihre Kontrolle, in dem zuvor IS-Dschihadisten herrschten. Sie eroberten die Stadt Dscharablus aus IS-Hand und brachten mehrere umliegende Dörfer wowie die Nachbarstadt Al-Rai unter ihre Kontrolle. Inzwischen rücken die von Ankara unterstützten Einheiten weiter Richtung Süden auf die Stadt Al-Bab vor.

Im Rahmen ihrer Militäroperation "Schutzschild Euphrat" bekämpft die türkische Armee den IS, aber auch Aktivisten der Kurdenmiliz YPG. Diese gilt als syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die YPG-Miliz ist auch einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen die IS-Dschihadisten. Die Türkei befürchtet, dass durch militärische Erfolge der Kurden in Nordsyrien die PKK im eigenen Land gestärkt werden könnte.

Aleppo Mädchen läuft durch zerstörten Stadteil nach Luftangriffen (REUTERS/A. Ismail)

Ein ehemaliger Straßenzug im Ostteil Aleppos

Mehr als 400 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen

Nach der Rückeroberung des größten Rebellenviertels im Osten Aleppos durch die syrische Armee sind nach Angaben von Aktivisten hunderte Zivilisten in den von Regierungstruppen kontrollierten Westteil der Stadt geflohen. Mehr als 400 Einwohner seien in der Nacht zum Sonntag geflüchtet, teilte die Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Assad-Truppen hatten am Samstag das Viertel Masaken Hanano weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Anschließend hätten sich beide Seiten weiter erbitterte Gefechte geliefert, berichtete die in London ansässige Beobachtungsstelle, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen sind.

se/sti (afp, ap, dpa)