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Deutsch-türkische Beziehungen

Türkei gibt "Reisewarnung" für Deutschland heraus

In einer als "Reisewarnung" überschriebenen Erklärung ermahnt das türkische Außenministerium seine Bürger beim Aufenthalt in Deutschland zur Vorsicht.

Türkei Istanbul Internationaler Flughafen (Getty Images/AFP/O. Kose)

Türkische Flugreisende am Atatürk-Flughafen in Istanbul

In dem Text, der an diesem Samstag auf der Seite des türkischen Außenministeriums veröffentlicht wurde, wird türkischen Touristen unter anderem davon abgeraten, sich auf politische Debatten einzulassen. Zudem sollten sich türkische Bürger von Wahlkampfveranstaltungen politischer Parteien fernhalten und Kundgebungen meiden, die von "Terrororganisationen" organisiert und unterstützt und von den deutschen Behörden geduldet würden.

"Die Wahlkampf-Kampagnen in Deutschland fußen auf gegen die Türkei gerichteten Ressentiments und zielen darauf ab, den Beitritt unseres Landes zur EU zu verhindern", heißt es in der Erklärung. Gleichzeitig könnten sich Terroristen frei auf der Straße bewegen. Namentlich werden die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen genannt.

Warnung vor rassistischen Übergriffen

Türkische Bürger müssten sich nicht nur auf eine schlechte Behandlung an deutschen Flughäfen einstellen. Wer plane nach Deutschland zu reisen, müsse umsichtig handeln "im Falle möglicher rassistischer Verhaltensweisen oder verbaler Attacken". In der Erklärung wird auch auf Brände in von Türken bewohnten Häusern hingewiesen, die angeblich von Rassisten gelegt worden seien. 

Die als "Reisewarnung" betitelte Erklärung ist augenscheinlich eine Reaktion der Türkei auf die Bundesregierung, die Mitte Juli einen Kurswechsel gegenüber der Regierung in Ankara vorgenommen und ihre Reisehinweise für die Türkei verschärft hatte. Um eine formelle Reisewarnung war in Berlin lange gerungen worden. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) ließ letztlich die Reisehinweise präzisieren. So wird deutschen Staatsangehörigen zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in eine so genannte Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen.

djo/jj (dpa, rtr, http://www.mfa.gov.tr)