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Nahost

Türkei fordert Ende der Gewalt in Syrien

Der türkische Außenminister Davutoglu hat im Nachbarland Syrien versucht, die Staatsführung vom Einsatz blutiger Gewalt gegen Oppositionelle abzuhalten. Trotzdem ging die syrische Armee weiter gegen Regierungsgegner vor.

Davutoglu, Assad (Foto: dapd)

Der türkische Außenminister Davutoglu (r.) bei Staatschef Assad

Angesichts des unvermindert blutigen Vorgehens der syrischen Regierung gegen Hochburgen der Opposition im Land wächst der internationale Druck. Am Dienstag (09.08.2011) übermittelten Gesandte aus der Türkei sowie aus Indien, Brasilien und Südafrika in Damaskus die Sorge der internationalen Gemeinschaft wegen des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Armee. Eine besondere Bedeutung hatte dabei ein Treffen des türkischen Außenministers Ahmet Davutoglu mit Staatschef Baschar al-Assad.

"Letzte Warnung" aus Ankara

Demonstranten (Foto: picture alliance/dpa)

Fernsehbilder aus Syrien zeigen Demonstranten

Türkische Medien berichteten, Davutoglu habe bei seinen Gesprächen in Damaskus mit Assad und dessen Außenminister Walid Muallem eine "letzte Warnung" der Regierung in Ankara übermittelt. Es habe sich um die klare Aufforderung gehandelt, die Niederschlagung der Proteste sofort einzustellen.

Der türkische Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Türkei habe die Geduld mit seinem Nachbarland verloren. Damaskus hatte der Regierung in Ankara am Sonntag im Gegenzug vorgeworfen, die Morde an Zivilisten und Militärs durch "terroristische Banden" nicht verurteilt zu haben. Zudem habe sich die Türkei in syrische Angelegenheiten eingemischt. Die Regierung in Ankara hatte bis zum Beginn der Proteste enge Beziehungen zur Regierung in Damaskus unterhalten.

Auf einen möglichen Einfluss der Türkei in Syrien hofften auch die USA. Das Außenministerium in Washington teilte mit, Ressortchefin Hillary Clinton habe schon vor dem Besuch mit Davutoglu gesprochen.

Wieder mehrere Todesopfer

Demonstranten (Foto: picture alliance/dpa)

Das Internet zeigt Proteste in Syrien

Schon in den vergangenen Tagen war das Regime in Damaskus wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die Protestbewegung auch in der arabischen Welt zunehmend unter Druck geraten. Mehrere Länder, darunter auch Saudi-Arabien, beriefen ihre Botschafter aus dem Land ab.

Unterdessen gingen syrische Truppen weiter gegen Hochburgen des Widerstands im Land vor. Dabei sollen wieder mehrere Menschen getötet worden sein. Die meisten Todesopfer - etwa 17 - habe es in der ostsyrischen Stadt Deir Essor gegeben, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Regimegegner berichteten, Panzer seien in Dörfer nahe der Stadt Hama eingerückt; ebenso in zwei Orte der Provinz Idlib - im Grenzbereich zur Türkei.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden in Syrien seit dem Beginn der Revolte Mitte März mehr als 2000 Menschen durch die Armee und andere Einsatzkräfte der Regierung getötet.

Autor: Herbert Peckmann (dapd, afp, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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